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Der Glasfaserausbau geht voran, die Take-up-Rate konnte im Vergleich zum Vorjahr nicht gesteigert werden (Quelle: VATM/Dialog Consult)

27. TK-Marktanalyse

Telekom baut Marktmacht im Festnetz weiter aus

Die Wettbewerber der Deutschen Telekom bleiben nach Einschätzung des VATM die wichtigsten Investoren beim Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland. Das geht aus der 27. TK-Marktanalyse 2026 hervor, die der Verband gemeinsam mit Dialog Consult vorgestellt hat. Demnach investiert die Telekommunikationsbranche insgesamt 24,1 Prozent ihres Umsatzes in Sachanlagen – deutlich mehr als andere Industriezweige. Allein die Wettbewerber hätten 2025 rund 9,3 Milliarden Euro investiert, die Deutsche Telekom 5,5 Milliarden Euro.

Glasfaser-Reichweite steigt auf 69 Prozent

Nach Prognosen der Studie werden Ende 2026 rund 32 Millionen Haushalte und kleine sowie mittlere Unternehmen mit Glasfaser erreichbar sein ("Homes Passed"). Das entspreche einer Reichweite von 69 Prozent. Die Zahl der tatsächlich mit Glasfaser versorgten Haushalte ("Homes Connected") soll auf 12,5 Millionen beziehungsweise 26,9 Prozent steigen.
 
Fast 70 Prozent dieser Anschlüsse werden laut Studie von alternativen Netzbetreibern bereitgestellt. Auch bei den aktiv genutzten Glasfaser-Anschlüssen ("Homes Activated") sehen die Autoren die Wettbewerber vorne: Ende 2026 sollen insgesamt 7,8 Millionen Haushalte Glasfaser nutzen, davon 5,1 Millionen bei Wettbewerbern.
 
Die sogenannte Take-up-Rate liegt der Analyse zufolge bei den alternativen Netzbetreibern mit 30,2 Prozent deutlich höher als bei der Deutschen Telekom mit 17,9 Prozent.

DSL bleibt vorerst dominierend

Trotz des fortschreitenden Glasfaser-Ausbaus bleibt DSL nach Einschätzung von Dialog Consult noch über Jahre die wichtigste Zugangstechnologie im deutschen Breitbandmarkt. Selbst in einem optimistischen Szenario würden Ende 2031 weniger als 17 Millionen aktive FTTB/H-Anschlüsse genutzt. Gleichzeitig könnten weiterhin rund 13 Millionen DSL-Anschlüsse in Betrieb sein.
 
Dialog-Consult-Geschäftsführer Andreas Walter erklärte, die Telekom habe vergleichsweise spät auf die Ausbauaktivitäten der Wettbewerber reagiert, lege inzwischen jedoch insbesondere beim "Homes Passed"-Ausbau deutlich zu. Gleichzeitig liege die Nachfragequote weiter hinter der der Wettbewerber zurück.

VATM warnt vor Re-Monopolisierung

Kritisch bewertet der VATM die Entwicklung der Marktanteile im Festnetz- und Geschäftskundenmarkt. Laut Studie baut die Deutsche Telekom ihre dominante Stellung weiter aus. Im Geschäftskundenmarkt würden inzwischen knapp 70 Prozent der Anschlüsse auf Telekom-Netzen realisiert. Im DSL-Markt würden die Marktanteile der Telekom ebenfalls zunehmen. Gleichzeitig könnten Nachfrager bei den FTTH-Anschlüssen der Telekom seit Jahren kaum nennenswerte Marktanteile erreichen. 
 
VATM-Präsidentin Valentina Daiber erklärte, mit der bevorstehenden Kupfer-Glasfaser-Migration trete der Markt in eine neue Phase ein. Entscheidend sei, dass der Übergang so gestaltet werde, dass Investitionen geschützt, Wettbewerb erhalten und Kunden mitgenommen würden.
 
Daiber warnte zugleich vor einer "Re-Monopolisierung" des Marktes. Nach Auffassung des Verbands reiche "Regulierung light" nicht aus, solange strukturelle Marktmacht fortbestehe. Deshalb müsse die geplante Novelle des Telekommunikationsgesetzes eine wirksame asymmetrische Regulierung sicherstellen.
 
Der VATM erwartet von der TKG-Novelle einen klaren ordnungspolitischen Kompass: Investitionen schützen, Wettbewerb sichern, Migration ermöglichen, Missbrauch verhindern und Bürokratie abbauen. "Wenn das gelingt, kann die Novelle zum Beschleuniger für Glasfaser, Mobilfunk und digitale Dienste werden", so Daiber. "Wenn es nicht gelingt, drohen neue Marktverfestigungen, geringere Investitionssicherheit und eine Glasfaser-Migration, die zu langsam und zu einseitig verläuft."

5G-Versorgung nahezu flächendeckend

Im Mobilfunk prognostiziert die Studie für Ende 2026 eine 5G-Haushaltsabdeckung von 99,8 Prozent sowie eine Flächenversorgung von 96,5 Prozent. Gleichzeitig steige das Datenvolumen weiter deutlich an – sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk.
 
Im Festnetz soll das übertragene Datenvolumen 2026 um 12,3 Prozent auf 187,5 Milliarden Gigabyte wachsen. Im Mobilfunk rechnen die Autoren mit einem Anstieg um 14,4 Prozent auf mehr als 15 Milliarden Gigabyte.

Bürokratieabbau gefordert

Der VATM fordert angesichts der hohen Investitionen schnellere Genehmigungsverfahren und weniger bürokratische Hürden. Viele notwendige Gesetzesinitiativen kämen nach Ansicht des Verbands nur langsam voran oder würden vor Ort nicht konsequent umgesetzt.
 
Zudem sprach sich der Verband dafür aus, die priorisierte Stromversorgung von Mobilfunkstandorten gesetzlich zu verankern.
 

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