
Auf der ANGA COM begrüßten die Telekom-Wettbewerber das Tempo, das die BNetzA beim Konzept für die Kupfer-Glas-Migration vorgelegt hat. Diese Geschwindigkeit müsse nun beibehalten werden. (Foto: ANGA COM)
ANGA COM 2026
Kupfer-Glasfaser-Migration: Wettbewerber rufen nach dem Regulierer
Viele Glasfasernetzbetreiber würden lieber heute als morgen die DSL-Netze abschalten, weshalb sie auch das Tempo begrüßen, mit dem die Bundesnetzagentur (BNetzA) ein Konzept zur Migration von Kupfer- auf Glasfasernetze vorgelegt hat.
Klare Regeln gefordert
Das reicht jedoch nicht. "Wir brauchen einen regulatorischen Push“, sagte Gerhard Mack, Chief Operating Officer der Deutschen Glasfaser, auf der Breitbandmesse ANGA COM in Köln. Er meint, dass DSL-Anbieter immer versuchen werden, ihre Kunden an sich zu binden, indem zum Beispiel Vertragsverlängerungen zu günstigen Konditionen in solchen Regionen angeboten werden, in denen ein Glasfasernetz geplant ist.
Macks Befürchtung: Ohne klare Regelungen zur Kupfer-Glas-Migration bleiben die Investoren dem deutschen Markt fern. Mehrere Experten erklärten auf der ANGA COM, dass private Geldgeber vor allem eines wissen wollen, bevor sie ihre Geldbörsen öffnen: Wann schaltet Deutschland die DSL-Netze ab? "Wir brauchen klare Regelungen", forderte daher Mack.
"Nachfrageverweigerung der Telekom muss aufhören"
Verlässlich ist bislang nur, dass die Abschaltung gebietsweise erfolgen wird. Dementsprechend wird es kein bundesweites Abschaltdatum an einem Tag X geben. "Es wäre schon hilfreich, wenn wir wüssten, nach welchen Kriterien die Abschaltgebiete definiert werden", sagte Sören Trebst, CEO der Vodafone-Tochter OXG. "Das könnten wir gegenüber Investoren kommunizieren." Hier gibt es mehrere Möglichkeiten: Die Gebiete könnten zum Beispiel nach Postleitzahlen oder Kabelverzweigern aufgeteilt werden.
Den regulatorischen Push fordern einige Marktteilnehmer auch mit Blick auf die Deutsche Telekom, die für Kooperationen einen Zugang zur physischen Infrastruktur bevorzugt, anstatt den Bitstromzugang nachzufragen. "Diese Nachfrageverweigerung der Telekom muss aus Sicht der Banken aufhören", sagte Michael Jungwirth, Director Public Policy der Vodafone Group sowie Mitglied der Geschäftsleitung von Vodafone Deutschland, auf der ANGA COM in Köln. Dafür könnte die BNetzA sorgen.
Autor: Marc Hankmann
Claudia Boss-Teichmann 21.05.2026

