
In den Ausbaugebieten der e.discom und WEMACOM in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sollen zukünftig für rund 220.000 Haushalte und Unternehmensstandorte Glasfasertarife der Telekom buchbar sein. (Grafik: Deutsche Telekom)
Open Access
Telekom kooperiert mit e.discom und WEMACOM
Die Deutsche Telekom hat auf der Digitalmesse NØRD in Rostock am 27. Mai 2026 Kooperationsverträge mit den Glasfasernetzbetreibern e.discom Telekommunikation GmbH und WEMACOM Breitband GmbH geschlossen. Damit erhalten rund 220.000 Haushalte und Unternehmensstandorte in rund 400 Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg Zugang zu Telekom-Glasfasertarifen. e.discom und WEMACOM betreiben ihre Glasfasernetze vorwiegend in ländlich geprägten Gebieten.
Open Access auf geförderten Netzen
Die Telekom erhält langfristigen Zugang zu den Glasfasernetzen beider Partner, die meist staatlich gefördert ausgebaut wurden. Im Ausbaugebiet der e.discom sind Telekom-Tarife ab sofort buchbar. Im Netzgebiet der WEMACOM mit rund 140.000 Anschlüssen soll dies voraussichtlich Ende 2026 möglich sein. In beiden Bundesländern bietet die Telekom nach eigenen Angaben zusammen mit ihren Kooperationspartnern insgesamt über einer Million Haushalte und Unternehmensstandorte Zugang zum Glasfasernetz.
Christian Pegel, Minister für Inneres und Bau in Mecklenburg-Vorpommern, war bei der Bekanntgabe auf der NØRD anwesend und begrüßte die Vereinbarung. Kooperationen im Glasfaserausbau seien "ein wichtiger Baustein für ein modernes und leistungsfähiges digitales Infrastrukturangebot", erklärte er. Wo Unternehmen, Kommunen und Infrastruktur gemeinsam Verantwortung übernehmn und Kompetenzen bündeln, könnten gefördert ausgebaute Glasfasernetze effizient genutzt werden.
Thomas Murche, technischer Vorstand der WEMAG-Unternehmensgruppe, betonte den Aspekt der Investitionssicherung: "Open Access bedeutet für uns, Investitionen und Förderungen langfristig abzusichern und den Menschen vor Ort mehr Wahlfreiheit zu geben."
Die e.discom-Geschäftsführer Gerhard Roth und Detlef Katzschmann hoben den ökologischen und ökonomischen Nutzen hervor: Open Access sei "effizient, ökologisch wie ökonomisch sinnvoll und entlastet Kommunen auf lange Zeit von zusätzlichen Baustellen und Kosten".
Rodrigo Diehl, Chef der Telekom Deutschland, verwies auf das Kooperationsmodell als strategischen Ansatz seines Unternehmens: "Jeden dritten Glasfaseranschluss bauen wir mit Partnern."
Verband sieht positives Signal
Der VATM, der wiederholt kritisiert, dass die Telekom bislang zu selten Netze anderer Anbieter nutzt, sieht in der Vereinbarung ein positives Signal. Geschäftsführer Dr. Frederic Ufer erklärte, die Kooperation zeige, dass der Bitstrom‑Einkauf der Telekom bei alternativen Netzbetreibern funktioniere. "Wir begrüßen diesen Schritt ausdrücklich und erwarten, dass die Telekom den eingeschlagenen Weg nun bundesweit fortsetzt und die Open‑Access‑Angebote der Wettbewerber flächendeckend nutzt."
Der Verband hatte wiederholt gewarnt, dass eine zu starke Fokussierung auf eigene Netze den Wettbewerb ausbremse und die wirtschaftliche Nutzung geförderter Infrastrukturen behindere.
Claudia Boss-Teichmann 28.05.2026

