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Die IoT- (Internet of Things) Verbindungen im deutschen Mobilfunkmarkt nehmen zu. BearingPoint sieht darin eine Chance für Mobilfunkanbieter, Satellitenkommunikation als integralen Bestandteil von IoT-Lösungen zu positionieren. (Grafik: BearingPoint)

Mobilfunk

Satellitenkommunikation als Wachstumshebel

Laut zwei aktuellen Studien der Unternehmensberatung BearingPoint entwickelt sich Satellitenkommunikation für Mobilfunknetzbetreiber vom technologischen Nischenthema zu einem strategischen Hebel. Hintergrund sind laut den Studien strukturelle Veränderungen in zwei Kerngeschäftsfeldern: ein gesättigter Privatkundenmarkt und ein dynamisch wachsendes, anspruchsvolleres Geschäftskundensegment. Die Studien analysieren, wie Netzbetreiber satellitengestützte Konnektivität im B2B- und B2C-Bereich jeweils unterschiedlich einsetzen können.

B2B: Konnektivität wird Teil des Risikomanagements

Im Geschäftskundensegment ist laut BearingPoint vor allem das Internet of Things (IoT) Wachstumstreiber: Die Zahl der IoT-Verbindungen über lizenzpflichtigen Mobilfunk soll in Deutschland von 82 Millionen (2024) auf 138 Millionen bis 2030 steigen – ein Plus von 68 Prozent.
 
Unternehmen bewerten satellitengestützte Konnektivität demnach weniger nach technischen Leistungsdaten als nach wirtschaftlichen Kriterien wie der Absicherung geschäftskritischer Prozesse, den Gesamtbetriebskosten (TCO) und Service-Level-Agreements (SLA).
 
"Im B2B-Kontext wird Konnektivität zunehmend Teil der Wertschöpfung. Entscheidend ist dabei ihr Beitrag zur Stabilität und Verfügbarkeit geschäftskritischer Prozesse", sagt Julius Hafer, Partner und Telco-Experte bei BearingPoint. Mobilfunkanbietern empfiehlt er, Satellitenkommunikation nicht als eigenständiges Produkt, sondern als Bestandteil von IoT-Lösungen zu positionieren und über Plattformen zu orchestrieren.

B2C: Sicherheitsversprechen statt Netzfeature

Im Privatkundengeschäft ist der Markt dagegen weitgehend gesättigt: Die Mobilfunkdurchdringung lag 2024 bei rund 87 Prozent, bis 2030 erwartet BearingPoint nur noch ein jährliches Nutzerwachstum von etwa 0,2 Prozent. Die Erlöse pro Kunde stagnieren trotz hoher Infrastrukturinvestitionen.
 
Hier setzt die Studie auf Direct-to-Device (D2D)-Technologie, die Smartphones erstmals direkt mit Satelliten verbindet. Ihren Mehrwert sehen Befragte laut einer Online-Umfrage unter 156 Teilnehmenden in Deutschland vor allem in Notfallsituationen (93 Prozent), bei Auslandsreisen in abgelegene Regionen (81 Prozent) und bei Outdoor-Aktivitäten (78 Prozent).
 
Kommerziell könnten monatliche Zusatzangebote von rund 5,70 bis 6,00 Euro laut BearingPoint den durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer (ARPU) im Mobilfunksegment um bis zu 40 Prozent steigern. "Entscheidend ist daher, D2D konsequent als Sicherheitsversprechen zu positionieren und nicht als weiteres technisches Feature. Der Wert entsteht im Angebot, nicht im Netz", so Hafer.
 
Für Netzbetreiber sei die zentrale Frage nicht mehr, ob satellitengestützte Konnektivität Teil des Portfolios werde, sondern wie konsequent sie entlang der jeweiligen Marktlogiken in B2B und B2C umgesetzt werde, resümiert Hafer.
 

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