Glasfaserausbau
GVG startet neue Ausbauprojekte im Landkreis Oldenburg

Die Kieler Unternehmensgruppe GVG Glasfaser startet neue, eigenfinanzierte Glasfaserausbauvorhaben im niedersächsischen Landkreis Oldenburg und erweitert damit ihr Geschäftsgebiet in dem Bundesland auf einen dritten Landkreis. Die Vermarktung beginnt zunächst in den Gemeinden Dünsen, Harpstedt und Kirchseelte.
GVG-Geschäftsführer Thorsten Fellmann sagt: "Der Landkreis Oldenburg grenzt unmittelbar an die Landkreise Diepholz und Osnabrück an. Damit macht dort ein Ausbau in geeigneten Regionen für uns wirtschaftlich absolut Sinn." Weitere Ausbauvorhaben seien bereits in der Pipeline, so Fellmann, "nicht nur in Niedersachsen".
Ausbau in drei Gemeinden ohne öffentliche Fördermittel
In den Gemeinden Dünsen, Harpstedt und Kirchseelte will GVG Glasfaser ein flächendeckendes Glasfasernetz (FTTH) errichten – komplett eigenwirtschaftlich, also ohne Inanspruchnahme öffentlicher Fördermittel. Bislang ist die Unternehmensgruppe mit ihren Marken nordischnet und teranet in den benachbarten Landkreisen Diepholz und Osnabrück aktiv, wo der Ausbau in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Landkreisen erfolgt.
Voraussetzung für eine wirtschaftlich tragfähige Umsetzung ist laut Unternehmen eine Mindestvermarktungsquote: Bis zum Vermarktungsende am 30. September 2026 müssten sich mindestens 40 Prozent der rund 3.500 Haushalte und Gewerbebetriebe für einen Glasfaseranschluss entscheiden. Wird diese Quote erreicht, entfallen laut GVG die Planungs- und Baukosten für den Hausanschluss.
GVG-Finanzchefin Susanne Küppers verweist auf die finanzielle Ausstattung des Unternehmens: "Uns stehen ausreichend Finanzmittel für die weitere Expansion zur Verfügung. Wir sind absolut zuversichtlich, weitere Ausbaugebiete zu finden, die ideal zu unserer Strategie sowie unserem hochwertigen FTTH-Ausbaumodell passen und wirtschaftlich erschließbar sind. Das gilt auch für das Jahr 2027."
GVG hatte Anfang 2026 eine zusätzliche Finanzierungsrunde mit einem internationalen Investorenkonsortium abgeschlossen. Dabei sind 135 Millionen Euro an neuen Investitionsmitteln zugesagt worden. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben seit Anfang 2025 operativ profitabel.
Glandorf als Erfolgsbeispiel
Als Referenz verweist das Unternehmen auf die Gemeinde Glandorf im Landkreis Osnabrück: Dort sei die Vermarktungsphase kürzlich mit einer Quote von mehr als 75 Prozent abgeschlossen worden. Die Bauarbeiten für das Glasfasernetz sollen laut GVG bereits Ende Juli 2026 beginnen.
Claudia Boss-Teichmann 10.07.2026

