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Ein Roboterarm des südkoreanischen Herstellers Humax Networks justiert die Antenne dieses Mobilfunkmasts in Tirana automatisch nach – gesteuert von einem selbstlernenden Algorithmus, der auf Wetterlage und Netzauslastung reagiert. (Foto: Vodafone)

Mobilfunk

Vodafone testet KI-Antenne mit Roboter-Arm

Vodafone erprobt an einem Mobilfunkstandort im albanischen Tirana ein System, das Antennen mithilfe von Künstlicher Intelligenz und einem Roboter-Arm automatisch neu ausrichtet – und so binnen 20 bis 30 Minuten auf wechselnde Wetterbedingungen oder Netzauslastung reagieren soll. Nach eigenen Angaben handelt es sich um den ersten Test dieser Art bei Vodafone. Bislang dauert eine manuelle Neuausrichtung nach Unternehmensangaben deutlich länger; der Konzern prüft nun, ob die Technik künftig auch in Deutschland zum Einsatz kommen könnte.

Algorithmus steuert Roboter-Arm von Humax Networks

Ein von Vodafone-Ingenieuren entwickelter Algorithmus steuert einen Roboter-Arm des südkoreanischen Herstellers Humax Networks, der nahe den Mobilfunkantennen angebracht ist und diese dreht oder neigt. Das System lerne und passe sich laut Vodafone kontinuierlich an und treffe Entscheidungen nahezu in Echtzeit, ohne dass ein Mensch eingreifen müsse.
 
Üblicherweise klettern Techniker auf den Mobilfunkmast, um Antennen von Hand zu justieren – von der Planung bis zur Umsetzung dauere dies laut Vodafone oft mehrere Tage. Noch länger ziehe sich der Einbau einer zusätzlichen Antenne hin: Dafür seien behördliche Genehmigungen, Vereinbarungen mit Standorteigentümern, Straßensperrungen für schweres Gerät sowie geeignete Wetterbedingungen nötig – ein Prozess, der nach Unternehmensangaben Wochen dauern kann.
 
Fabrizio Rocchio, Netz- und Technik-Chef bei Vodafone Deutschland, kommentiert die Entwicklung: "Mobilfunknetze werden künftig schlauer sein. Das Zusammenspiel aus KI und Roboter-Technik ist ein frühes Beispiel dafür, wie sich die Netzqualität zukünftig weiter optimieren lässt. Für die Menschen bedeutet das noch bessere Verbindungen und ein verlässliches digitales Leben."

Baustein einer automatisierten Netzsteuerung

Vodafone ordnet den KI-gesteuerten Roboter-Arm in eine unternehmensweite Plattform zur Automatisierung von Komponenten des Funkzugangsnetzes (Radio Access Network, RAN) ein. Weitere, ähnlich gelagerte Lösungen sollen in den kommenden Monaten folgen – darunter Ansätze, die nur kleinere Komponenten im Inneren der Antenne bewegen und laut Unternehmen Energie sparen sowie die Technik schonen sollen. Bereits im vergangenen Jahr habe Vodafone begonnen, satellitengestützte Sensoren in Mobilfunkantennen einzuführen, mit denen sich per GPS aus der Ferne prüfen lasse, ob Antennen korrekt ausgerichtet sind.

Test läuft in Albanien, Deutschland-Einsatz noch offen

Erprobt wird das System derzeit an einem Mobilfunkstandort in Tirana in der Nähe eines belebten Einkaufszentrums: Tagsüber versorge die Antenne demnach Einkaufende, nachts verlagere sie die Abdeckung automatisch in ein nahegelegenes Wohngebiet, um dort bei steigender Internetnutzung am Abend zusätzliche Kapazität zu schaffen. Ob und wo die Technik versuchsweise auch in Deutschland eingesetzt werden könnte, prüft Vodafone nach eigenen Angaben derzeit.
 

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