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"Wenn geringe Buchungsquoten den weiteren Ausbau gefährden, sollten staatliche Instrumente auch auf der Nachfrageseite ansetzen", sagt VATM-Geschäftsführer Dr. Frederic Ufer. (Foto: VATM)

Glasfaserausbau

VATM schlägt Förderung für Glasfaseranschluss vor

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) hat gefordert, den Glasfaserausbau in Deutschland künftig zusätzlich über nachfrageseitige Förderinstrumente zu unterstützen. Weil viele Haushalte trotz verfügbarem Glasfaseranschluss beim Kupfernetz bleiben, schlägt der Verband vor, die Kosten für den Hausanschluss staatlich zu bezuschussen. Als Vorbild nennt der VATM bestehende Förderprogramme für Solarenergie, Wärmepumpen und E-Mobilität. Hintergrund ist die nach Verbandsangaben angespannte wirtschaftliche Lage vieler Ausbauunternehmen.

Nachfrage statt nur Netzausbau fördern

Bislang konzentriere sich die staatliche Förderung vor allem auf den Netzausbau selbst. Der VATM schlägt nun vor, ergänzend dazu die Nachfrageseite zu adressieren. "Wenn geringe Buchungsquoten den weiteren Ausbau gefährden, sollten staatliche Instrumente auch auf der Nachfrageseite ansetzen", sagte VATM-Geschäftsführer Dr. Frederic Ufer. "Volkswirtschaftlich ist es sinnvoller, vorhandene Glasfasernetze auszulasten, als ein überholtes Kupfernetz weiter zu betreiben", so Ufer weiter.

Konkret könnte eine Unterstützung der Hausanschlusskosten dort ansetzen, wo Glasfaser zwar verfügbar sei, aber zu wenige Haushalte den Anschluss buchten. Der Verband verweist zur Begründung auf Förderprogramme in anderen Wirtschaftsbereichen wie Solarenergie, Wärmepumpen und E-Mobilität, bei denen der Staat die Nachfrage nach eigener Darstellung durch entsprechende Programme anrege. Diese Möglichkeit müsse nach Auffassung des VATM auch beim Glasfaserausbau neu geprüft werden.

Hintergrund: Hohe Kosten, geringe Buchungsquoten

Steigende Ausbaukosten, geringe Nachfrage und lange Amortisationszeiten belasteten insbesondere Unternehmen, die in den vergangenen Jahren Milliardenbeträge in neue Glasfasernetze investiert hätten. Der VATM verweist dazu auf aktuelle Analysen, etwa von PwC, die aus seiner Sicht Entwicklungen bestätigten, auf die der Verband bereits seit Jahren hinweise.

Nach Verbandsangaben nutzten viele Haushalte weiterhin das Kupferkabel, obwohl in ihrer Region bereits Glasfaser verfügbar sei; ein erheblicher Teil der neuen Infrastruktur bleibe dadurch ungenutzt. Liege die Buchungsquote in einem Ausbaugebiet unter 15 Prozent, reiche dies laut Ufer nicht aus, um den kapitalintensiven Ausbau wirtschaftlich zu tragen.

Trotz der angespannten Lage sieht der Verband keinen Stillstand: "Von einem Stillstand kann dennoch keine Rede sein", betonte Ufer. Der Markt und seine Geschäftsmodelle verfügten über erhebliches Potenzial, in den vergangenen Monaten hätten ausbauende Unternehmen finanzkräftige und langfristig orientierte Investoren gewonnen. Als Beispiel nennt der VATM den Glasfaseranbieter Westconnect, der sich nach Verbandsangaben Anfang dieser Woche zusätzlich 1,2 Milliarden Euro für den Ausbau gesichert habe. "Das zeigt: Die Finanzmärkte vertrauen auf den deutschen Glasfaserausbau", so Ufer.

 

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