Insolvenz Vinnergi

Perplexity:
Die Vinnergi Germany GmbH – ehemals Vivax Net GmbH – befindet sich in einem eröffneten Insolvenzverfahren. Das Amtsgericht Charlottenburg hat das Hauptinsolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung zum 1. Juni 2026, 12:20 Uhr, eröffnet. Das Aktenzeichen lautet 3610 IN 1996/26.

Die Gläubiger wurden aufgefordert, ihre Insolvenzforderungen bis zum 13. Juli 2026 beim Insolvenzverwalter anzumelden. Das Verfahren wird bis auf Weiteres schriftlich durchgeführt. Für die Forderungsanmeldungen beziehungsweise gegen deren Feststellung lief eine Frist bis 24. August 2026.
 
Personen oder Unternehmen, die noch Zahlungen an Vinnergi Germany leisten müssen, wurden aufgefordert, nicht mehr an die Gesellschaft, sondern an den Insolvenzverwalter zu zahlen. Sicherungsrechte an Gegenständen oder Rechten sind dem Insolvenzverwalter unverzüglich anzuzeigen.
 
Wichtig: Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Projekte sofort beendet sind. Ob und in welchem Umfang der Geschäftsbetrieb fortgeführt, verkauft oder eingestellt wird, entscheidet sich im weiteren Verfahren.
 
Auswirkungen auf Glasfaserausbau
Bereits vor der Verfahrenseröffnung gab es Probleme bei einzelnen Glasfaserausbauprojekten. Die Stadtwerke Lauterbach kündigten sämtliche Vertragsverhältnisse mit Vinnergi Germany als Generalunternehmer für die eigenwirtschaftlichen Ausbaugebiete in Maar, Wallenrod und Lauterbach. Als Gründe wurden anhaltende Verzögerungen, Mängel in der Ausführung und ein Gutachten mit „erheblichen Mängeln“ genannt. Von mehr als 3.000 vorgesehenen Anschlüssen seien nach über zwei Jahren nur etwas mehr als 600 Kunden aktiv ans Netz gegangen.
 
Die Kündigung in Lauterbach betraf laut Stadtwerke-Angaben nur die bereits laufenden Teilgebiete. Für weitere geförderte Ausbaugebiete war bereits ein anderer Generalunternehmer vorgesehen; der dortige Baubeginn sollte nach Vorliegen des abschließenden Förderbescheids erfolgen.
 
Einordnung
Nach den derzeit auffindbaren Informationen betrifft die Insolvenz Vinnergi Germany GmbH, nicht ohne Weiteres die schwedische Vinnergi-Gruppe als Ganzes. Vinnergi Holding AB wurde 2024 an die skandinavische Investmentgesellschaft Polaris verkauft; daraus lässt sich jedoch keine Aussage über die aktuelle Haftung oder finanzielle Lage einzelner deutscher Gesellschaften ableiten.
 
Für Auftraggeber, Kommunen, Stadtwerke und Nachunternehmer sind insbesondere diese Punkte relevant:
 
Bestehende Verträge und offene Rechnungen sollten auf den konkreten Vertragspartner geprüft werden.
 
Forderungen aus Leistungen vor der Verfahrenseröffnung müssen beim Insolvenzverwalter angemeldet werden.
 
Neue Leistungen sollten nur nach Klärung der Vertretungs- und Zahlungsbefugnis erbracht werden.
 
Bei laufenden Tiefbau- und Glasfaserprojekten sind Baufortschritt, Dokumentation, Gewährleistung, Materialeigentum und Sicherungsrechte zu sichern.
 
Maßgeblich sind die Veröffentlichungen im offiziellen Portal der deutschen Insolvenzgerichte; dort werden gerichtliche Bekanntmachungen recherchierbar veröffentlicht.
 
Die wichtigste Primärquelle ist das Insolvenzbekanntmachungsportal der Justiz. Die dortige Bekanntmachung nennt den Eröffnungsbeschluss, den Verwalter und die Forderungsanmeldefrist.
 
 

https://www.nn.de/nuernberg/uberschuldet-und-zahlungsunfahig-nach-insolvenz-stockt-der-glasfaser-ausbau-in-nurnberg-1.15241194

 
Nürnberg - Der Glasfaser-Ausbau in Nürnberg stockt. Grund dafür ist die überraschende Insolvenz eines Subunternehmers, mit dem der Anbieter Vodafone zusammen gearbeitet hatte.
VonNgoc Nguyen15.08.2026, 09:00 Uhr
Im September vergangenen Jahres war einiges los an der sonst so beschaulichen Schafhofstraße 39. Viele Gäste waren gekommen, unter ihnen auch der Bayerische Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU). Eingeladen hatten die Unternehmen OXG Glasfaser GmbH und Vodafone Deutschland. OXG wurde von Vodafone und dem Konzern Altice aus der Taufe gehoben, um das Glasfaser-Netz bundesweit auszubauen. Nun war Bayern dran - und der Termin zum offiziellen Baustart fand in Nürnberg in der Schafhofstraße statt. Bis Ende 2027 wollte man 120.000 Haushalte in Nürnberg an superschnelles Internet anschließen, so hieß es damals.
Das ist nicht mehr zu schaffen. Denn OXG hatte die Firma Vinnergi als Subunternehmer beauftragt. Sie sollte die Anschlüsse in Nürnberg verlegen. Doch die Vinnergi Germany GmbH mit Sitz in Berlin ist zahlungsunfähig und überschuldet, das Insolvenzverfahren wurde am 1. Juni 2026 eröffnet. Die Insolvenz sei sehr kurzfristig angemeldet worden und „leider liegt der Projektfortschritt derzeit nicht so weit wie ursprünglich geplant“, bedauert Tomke Klarmann. Sie ist die Unternehmenssprecherin von OXG.
Die Insolvenz erfolgte, als gerade in den Statteilen Hasenbuck und Gartenstadt gegraben wurde
Die Insolvenz erfolgte, als gerade in den Stadtteilen Hasenbuck und Gartenstadt gegraben wurde, um dort das Verteilnetz zu bauen und Haushalte anzuschließen. Diese Arbeiten können nun fortgesetzt werden, so Klarmann, man habe „sehr erfahrene Ausbaupartner“ gewinnen können. „Für die übrigen Ausbaugebiete, in denen Vinnergi ursprünglich für uns tätig sein sollte, befinden wir uns derzeit in fortgeschrittenen Gesprächen mit potenziellen neuen Ausbaupartnern.“
Auch die Telekom, 1&1 Versatel, Gasline und kleinere Unternehmen sind im Stadtgebiet tätig. Zu sehen ist ihre Tätigkeit an vielen, meist kleineren „Wanderbaustellen“, die sich oft auf Gehsteigen befinden und entlang einer Straße schrittweise fortbewegen. Anders als OXG, das in Vorleistung geht und Hauseigentümer und Bewohner kostenlos anschließt, arbeiten diese aber mit Vorverträgen.
 
Gutachter sieht »erhebliche Mängel«
 
01.07.2025
Lauterbach (cke/pm). »Es kommt schneller als man denkt« - so hatten die Lauterbacher Stadtwerke für den Glasfaserausbau unter ihrer Regie im Stadtgebiet geworben. Dem war nicht überall so, denn immer wieder war es beim Ausbau zu Verzögerungen und Schwierigkeiten mit den als Subunternehmer tätigen osteuropäischen Firmen gekommen. Jetzt zieht die Stadtwerke-Geschäftsführung die Reißleine.
 
Die Stadtwerke Lauterbach haben ihrem bisherigen Generalunternehmer für den eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau die Kündigung sämtlicher Vertragsverhältnisse ausgesprochen. »Die Entscheidung fiel nach sorgfältiger rechtlicher und technischer Prüfung. Sie ist das Ergebnis anhaltender, gravierender Verzögerungen sowie mehrfach festgestellter Mängel in der Ausführung«, teilt Stadtwerke-Geschäftsführerin Heike Habermehl auf Anfrage unserer Zeitung mit. Von über 3000 anzuschließenden Bürgerinnen und Bürgern hätten nach mehr als zwei Jahren gerade einmal etwas mehr als 600 Kunden aktiv ans Netz genommen werden können. Ein Gutachter der Stadtwerke habe zudem »erhebliche Mängel« entdeckt, »die das Fass nun zum Überlaufen brachten«.
»Wir hätten es uns anders gewünscht, sahen aber nach zahlreichen Gesprächsversuchen keine andere Chance, mit dem bisherigen Generalunternehmer das Projekt langfristig auf verlässliche und qualitativ hochwertige Beine zu stellen«, teilt die Geschäftsführung mit.
 
Die Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Generalunternehmer, der Firma Vinnergi Germany GmbH (vormals Vivax Net GmbH), betreffe lediglich die bereits im Ausbau befindlichen Teilgebiete von Maar, Wallenrod und Lauterbach. Für die verbleibenden geförderten Ausbaugebiete (Allmenrod, Blitzenrod, Frischborn, Heblos, Rimlos, Sickendorf, Wernges sowie verbleibende Fördergebiete in Wallenrod, Maar und Lauterbach) stehe bereits ein anderes Unternehmen als Generalunternehmer fest. Der Bau dort starte, sobald der Förderbescheid in abschließender Höhe vorliege. Die Stadtwerke arbeiteten mit Hochdruck an einer Lösung in den betroffenen Gebieten, um alle dortigen Bürgerinnen und Bürger schnellstmöglich mit gigabitfähigem Internet zu versorgen. »Die Stadtwerke haben unverändert das Ziel, den Glasfaserausbau in den betroffenen Gebieten so bald wie technisch und rechtlich möglich wiederaufzunehmen. Über den weiteren Zeitplan informieren wir, sobald er vorliegt«, so die Geschäftsführerin.
 
 

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