Die Vertreter von 47 Unternehmen und Institutionen wollen in Schleswig-Holstein den nächsten Schritt gehen und die Glasfasernutzung erhöhen. (Foto: Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein)

Glasfaserausbau

Schleswig-Holstein geht vom Ausbau zur Glasfasernutzung

47 Unternehmen und Institutionen haben in Schleswig-Holstein das "Memorandum 2.0" zum Glasfaserausbau unterzeichnet. Nach Angaben des Landes liegt die Ausbauquote inzwischen bei 86 Prozent der Hausadressen. Mit dem neuen Memorandum soll neben dem weiteren Ausbau vor allem die Nutzung der vorhandenen Anschlüsse gestärkt werden.

In den vergangenen acht Jahren ist die Glasfaser-Ausbauquote in Schleswig-Holstein von 35 auf 86 Prozent gestiegen. Angeschlossen sind 56 Prozent der Hausadressen. Die Take-up-Rate liegt nach Angaben des Landes bei 65 Prozent.

Open Access, Kupfer-Glasfaser-Übergang und Haustürkodex

Zu den Zielen des Memorandums gehören Nachverdichtung, eine stärkere Aktivierung bestehender Anschlüsse, Open Access und die Vorbereitung der Migration von Kupfer- auf Glasfasernetze. Bestehende Glasfasernetze sollen besser ausgelastet werden. Parallele Ausbauvorhaben sollen vermieden werden, wenn wettbewerbsfähige Zugangsangebote zu angemessenen Bedingungen verfügbar sind.

Das Memorandum enthält außerdem den Verhaltenskodex für den Haustürvertrieb. Der vom Verband der Anbieter im Digital- und Telekommunikationsmarkt (VATM) initiierte Kodex regelt unter anderem die Legitimation von Vertriebsmitarbeitern, die Information von Kunden, Beschwerdemöglichkeiten und die Kontrolle der Vertriebsprozesse. Die Einhaltung der Kriterien soll regelmäßig unabhängig geprüft werden.

"Wichtiges Signal weit über Schleswig-Holstein hinaus"

Das Bündnis für den Glasfaserausbau in Schleswig-Holstein besteht seit 2018. „Jetzt beginnt die nächste Etappe", sagte Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen sagte bei der Unterzeichnung. "Wir wollen dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen und Unternehmen die vorhandene Glasfaserinfrastruktur auch tatsächlich nutzen.“

Reinhard Sauer, VATM-Präsidiumsmitglied und CEO der Deutschen GigaNetz betonte, dass Memorandum sei ein "wichtiges Signal weit über Schleswig-Holstein hinaus." Jetzt komme es darauf an, aus Glasfaserausbau auch Glasfasernutzung zu machen. „Dafür brauchen wir mehr Nachverdichtung, funktionierenden Open Access und einen geordneten Übergang von Kupfer auf Glasfaser. Schleswig-Holstein setzt mit dem Memorandum die richtigen Schwerpunkte“, erklärte Sauer.

 

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