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BUGLAS : Ordnungsrahmen für Glasfasernetze

Einen neuen Ordnungsrahmen für den flächendeckenden Glasfaserausbau bis in die jeweiligen Immobilien oder Haushalte (FTTB/FTTH) hat sich der BUGLAS (Bundesverband Glasfaseranschluss) ausgesprochen.

Theo Weirich, Geschäftsführer wilhelm.tel und BUGLAS-Präsident sowie Michael Fränkle, Mitglied der Geschäftsführung sowie CTO von M-net und BUGLAS-Vizepräsident und Patrick Helmes, NetCologne und BUGLAS-Vorstandsmitglied kritisierten die anhaltende Fehlförderung von alten Kupfernetzen der Deutschen Telekom (DTAG) für DSL und Vektoring-Technologien "anstatt Anreize für einen nachhaltigen Ausbau von FttB/H-Netzen zu setzen, die nach einhelliger Expertenmeinung als einzige dazu in der Lage sind, die stetig wachsenden Anforderungen von Privathaushalten, Unternehmen und öffentlichen Institutionen in puncto Qualitätsparametern zu erfüllen."

Da sich die BUGLAS-Mitglieder, vor allem auch Stadtwerke mit ihren Glasfasernetzen, als "Dekadendenker" (Weirich) verstehen und damit langfristiger planen wie börsennotierte Netzbetreiber, ist eine neue Regulierungsperspektive notwendig. Dazu betonte Patrick Helmes, dass der BUGLAS nicht grundsätzlich gegen eine Regulierung sei, diese dürfe aber nicht nur zugunsten der Deutschen Telekom und ihrer alten Kupfernetze gehen. Die Glasfasernetzbetreiber müssen eine Chance erhalten, sich zu Marktbedingungen zu entwickeln. Open Access sei wichtig, aber zur Marktkonditionen.

Theo Weirich, Michael Fränkle und Patrick Helmes (Fotos: BUGLAS)

Um weitere Fehlanreize in Zukunft zu vermeiden, bedarf es eines klaren Infrastrukturziels, in dem langfristig die flächendeckende Verfügbarkeit von echten, direkten Glasfaseranschlüssen angestrebt wird. Deren flächendeckende Verfügbarkeit ist auch für den künftigen Ausbau von 5G-Netzen als Basisinfrastruktur unverzichtbar. Für ein solches Infrastrukturziel legte der BUGLAS einige Leitgedanken für den weiteren Glasfaserausbau vor, wie er auch von EU-Kommission und Bundesregierung bis 2025 geplant werde:

  • Alle Unternehmen mit mindestens einem FttB-Anschluss versorgen. Motivation: Möglichkeiten von M2M-Kommunikation bzw. IoT nutzbar zu machen und die Effizienz von Arbeitsprozessen weiter zu verbessern.
  • Alle sozioökonomischen Treiber wie Universitäten und sonstige Bildungseinrichtungen, Forschungszentren, öffentliche Einrichtungen, Verkehrsknotenpunkte wie Bahnhöfe oder Flughäfen direkt mit Glasfaser anschließen. Motivation: Die mit der fortschreitenden Digitalisierung einhergehenden Möglichkeiten für die Vermittlung von Wissen und Forschungsergebnissen sowie öffentliche Dienste allgemein nutzbar zu machen und den intermodalen Verkehr zu ermöglichen.
  • Alle Mobile Access Points (Mobilfunk, Public WLAN) direkt mit Glasfaser anschließen. Motivation: Der Nutzer erwartet eine allgegenwärtige Konnektivität zum Internet. Gerade bei der mobilen Datennutzung mit überproportional steigenden Volumina müssen Backhaul und Verfügbarkeit hochleistungsfähig werden. Diese Hochleistungsfähigkeit ist auch eine zentrale Voraussetzung für 5G-Anwendungen.
  • 75 Prozent der Haushalte direkt mit Glasfaser anschließen (hier muss zu einem späteren Zeitpunkt, beispielsweise 2030, natürlich ebenfalls eine vollständig flächendeckende Versorgung angestrebt werden). Motivation: Gesellschaftliche Teilhabe und neue Anwendungen wie Smart Home oder Assisted Ambient Living zu ermöglichen.

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Anja 06.07.2017

 

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