
Openaxs: Der digitale Graben öffnet sich
Investitionen in die digitale Infrastruktur fließen in die Zentren – Agglomerationen und Landgebiete beginnen den Anschluss zu verlieren, der digitale Graben in der Schweiz droht Tatsache zu werden. Der Verband openaxs schlägt Alarm.
In den Zentren der Schweiz werden Glasfasernetze gebaut, die Projekte sind zum großen Teil in der Endphase und per Ende 2016 waren über eine Million oder knapp 30 Prozent der Haushalte am Glasfasernetz angeschlossen, mit sogenanntem FTTH (Fibre to the Home), der einzigen Telekom-Infrastruktur, die den digitalen Wandel bewältigen kann und den Infrastruktur-Wettbewerb ermöglicht.
Doch anderswo stockt die Entwicklung. Franz Stampfli, Präsident von openaxs, fand anlässlich der diesjährigen Openaxs-Tagung in St. Gallen deutliche Worte. Der Verband stellt mit großer Sorge fest, dass die Idee einer flächendeckenden Hochbreitband-Infrastruktur in der Schweiz an den Stadtgrenzen endet – und die restlichen 70 Prozent der Schweizer Bevölkerung den Anschluss an die digitale Zukunft zu verlieren drohen.
Agglomerationen und Landgemeinden finden aufgrund der prozentual höheren Baukosten pro Haushalt keine große Beachtung bei Investoren. Immer häufiger kommen deshalb FTTS-Lösungen (Fibre to the Street) der Swisscom oder DOCSIS-Lösungen der Kabelanbieter zum Zug. Beide Lösungen genügen jedoch nicht, um mit dem digitalen Wandel Schritt zu halten. Verbleibende Netzteile aus Kupferkabel oder Koax bilden ein Nadelöhr, welches den Download und vor allem den Upload von Daten beträchtlich verlangsamt. Außerdem schaffen diese Netze Quasi-Monopole im Bereich der Telekom-Anwendungen, was die Innovationen schwächt, die Wahlmöglichkeiten einschränkt und das Angebot verteuert.

