Kabelanbieter wollen Digitalblockade brechen
FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt ist Gastredner beim FRK-Kabelkongress
Die Digitalblockade findet nicht statt- jedenfalls nicht bei den unabhängigen Kabelnetzbetreibern. Sie wollen ihren Kabelhaushalten parallel zu den analogen Programmen auch die digitale Programmvariante anbieten. Dagegen sträuben sich die Programmanbieter wie RTL und ProSiebenSat.1, obwohl die unabhängigen Kabelnetzbetreiber die unverschlüsselte digitale Verbreitung ermöglichen.
„Die Fernsehsender haben eine Kontrahierungspflicht und müssen ihre Programme nach EU-Recht den Kabelnetzbetreibern zur Weiterverbreitung anbieten“, mahnt Heinz-Peter Labonte, Vorstandssprecher des FRK-Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen, angesichts der Blockadehaltung der TV-Sender. Die digitale Programmverbreitung und die Ungleichbehandlung der Kabelnetzbetreiber bei den Urheberrechtsgebühren ist zentrales Thema des 8. FRK - Kabelkongresses im Leipziger Congress Centrum unter dem Motto „Herausforderung meistern – Sind die Arbeitsplätze bei Kabelnetzbetreibern und Industrie trotz Urheberrechts- und Regulierungsabgaben zu sichern?“.
Die besondere wirtschaftspolitische Bedeutung betont Dr. Wolfgang Gerhardt, Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion, in seinem Eröffnungsreferat „Mittelständische Kabelnetzbetreiber in der globalen Medienwelt“ mit Blick auf die wichtigen strukturpolitischen Aufgaben einer innovativen Kommunikationsinfrastruktur. Die Positionen der privaten Fernsehsender begründet die Geschäftsführerin des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation e.V. (VPRT), Ursula Adelt mit Blick auf die umstrittene Einspeisung der digitalen Programme in die Kabelnetze.
Stephan Büttner, Geschäftsführer Deutscher Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) nimmt anlässlich der teuren Urheberrechtsgebühren Stellung „Das Gastgewerbe sieht rot – urheberrechtliche Forderungen von VG Media, ZWF, GEMA und anderen“ ist sein Plädoyer für Reformen in der Bemessung der Rechtekosten.
Hochkarätige Referenten aus dem In- und Ausland beschäftigen sich in Foren und Workshops am Rande der Fachmesse mit innovativen Konzepten und Projekten beim Ausbau der aktuellen HFC - Kabelinfrastrukturen. Sie sind das technologische Gerüst, damit die Kabelhaushalte das preiswerte und unkomplizierte Telefonieren und Internetsurfen via TV-Kabel sowie das hochauflösende Fernsehen HDTV genießen können. Technische Konzepte präsentieren Referenten von Hirschmann, Teleste, Braun teleCom, CDS oder DCT-Delta.
Programmunternehmen, wie Deutschlands führende PayTV-Anbieter Premiere und Eutelsats Kabelkiosk visAvision, informieren über neue Fremdsprachenprogramme und die künftigen HDTV-Sendungen. Dazu gehören auch Kooperationsprojekte von Kabelnetzbetreibern und TV-Sendern zur Vermarktung der Programmpakete. Die vom FRK angebotene Vermarktungsinitiative KABEL stellt neue, u.a. mit Premiere und Internetprovidern entwickelte Vermarktungskonzepte vor. Labonte mit Blick auf die kursierenden Konzentrationsgerüchte: „Die mittelständischen unabhängigen Kabelnetzbetreiber bleiben außerhalb der künftigen Monopolanbieter wie Kabel Deutschland, ish, iesy, TeleColumbus oder ewt, die mittelfristig doch alle von John Malone gekauft werden. Sie sichern für rund 52 Prozent aller Kabelhaushalte eine umfassende Programm- und Kommunikationsversorgung. “Wolfgang Posewang 13.11.2005

