Telefónica CFO Markus Rolle
In seinem ersten Interview als CFO nahm Markus Rolle am Donnerstag gegenüber der Börsen-Zeitung Stellung zur aktuellen Geschäftsentwicklung, zu Wachstumschancen und Auswirkungen von neuen Bilanzierungsregelungen auf die Bilanz des Unternehmens.
Darin nimmt er zur Geschäftsentwicklung, aber auch zur Versteigerung der 5G-Mobilfunklizenzen und zu den Übernahmeplänen bei den Mitbewerbern Stellung. Das Interview ist in längeren Auszügen auf der Telefónica-Website nachzulesen.
Telefónica Deutschland ist gut ins Jahr gestartet, insbesondere im Kerngeschäft mit Mobilfunk-Serviceerlösen. Rechnen Sie im Jahresverlauf mit einer Beschleunigung auf der Umsatzseite?
Rolle: Wir haben dem Markt in unserem Ausblick für den um Regulierungseffekte bereinigten Gesamtumsatz eine weitgehend unveränderte Entwicklung gegenüber dem Vorjahr angekündigt. Daran halten wir fest und haben hier mit einem Plus von 0,4 Prozent in diesem Korridor geliefert. Gestützt wird diese Entwicklung von einer positiven Entwicklung bei den Mobilfunkservices und aktuell im Endgerätegeschäft, das aber naturgemäß über das Jahr etwas schwankend sein kann. Im Festnetz sehen wir wie erwartet anhaltende Umsatzrückgänge durch unseren laufenden Ausstieg aus der Wholesale-Vermarktung.
Größere Ausgaben kommen auf Sie zu. Die Bundesnetzagentur will noch im Herbst neue Mobilfunkfrequenzen vergeben, und zwar höchstwahrscheinlich im Wege der Versteigerung. Wie rüsten Sie sich dafür?
Rolle: Wir sind bereits gut gerüstet. Wir halten eine erhebliche Liquiditätsreserve vor. Dank der guten Unternehmensbonität (Fitch: BBB mit positivem Ausblick) und des niedrigen Verschuldungsgrads steht uns ein breites Spektrum an Finanzierungsinstrumenten zur Verfügung, und das ausgeglichene Fälligkeitsprofil unterstützt ebenfalls unsere finanzielle Flexibilität. Unabhängig davon wie die Frequenzvergabe letztlich erfolgt, ob als Auktion oder nach französischem Vorbild als Zuteilung mit einer Selbstverpflichtung zum Ausbau, gehen wir mit einer sehr soliden Frequenzausstattung an den Start. Insbesondere bei den flächendeckenden Frequenzen, die alle mindestens bis 2025 besichert sind, haben wir nahezu eine Gleichstellung unter allen Netzbetreibern. Was die Kapazitätsfrequenzen für hohe Datendurchsätze betrifft, haben wir derzeit eine sehr umfassende Ausstattung infolge des Mergers mit E-Plus.
Die Auktion für Mobilfunklizenzen des neuen 5G-Standards ist gerade in Großbritannien zu Ende gegangen, mit Gesamtkosten von 1,4 Mrd. Pfund für die Branche. Das ist deutlich weniger als bei früheren Vergaben auf den Tisch gelegt wurde. Rechnen Sie in Deutschland mit einer ähnlichen Größenordnung?
Rolle: Grundsätzlich vergibt die Bundesnetzagentur Spektrum in erheblichem Umfang für eine technologieneutrale Nutzung. Allein im 3,5 GHz-Band 300 Megahertz, die für die Netzbetreiber vorgesehen sind, und eventuell separiert noch 100 Megahertz für lokale Betreiber bzw. besondere Zwecke. Da kann man nicht unbedingt von knappen Ressourcen sprechen, die unbedingt per Auktion allokiert werden sollten. Ich gehe davon aus, dass die Branche aus früheren Auswüchsen gelernt hat.
Im Lager der Konkurrenz zeichnet sich nach dem Schulterschluss von United Internet mit Drillisch erneut ein großer Merger ab. Vodafone möchte Unitymedia schlucken. Müssen Sie ihre Anstrengungen für konvergente Angebote nun auch deutlich verstärken und mehr für Marketing ausgeben?
Rolle: In der Infrastruktur bleibt es dabei, dass wir ein Mobilfunknetzbetreiber sein wollen. Unseren Kunden können wir konvergente Angebote über die von der Telekom gemietete Infrastruktur zugänglich machen. Das Business liefert positive Margen. Der Festnetzumsatz insgesamt ging erneut um 10,7 Prozent zurück, was aber vor allem an unserem seit Jahren angekündigten und sukzessiv erfolgten Ausstieg aus dem Wholesale-Geschäft liegt. Das ist niedrigmargiges Teilgeschäft, ein Thema der Vergangenheit. Im Privatkundenbereich und der Vermarktung von Highspeed-VDSL-Anschlüssen bewegen wir uns dagegen zunehmend in eine positive Richtung. Das ist für uns ein relevantes Standbein. Und es gibt eben Kunden, die gern alles aus einer Hand wollen. Und solche integrierten Angebote sind damit auch Teil unseres Geschäftsmodells. Was den erwähnten möglichen Zusammenschluss angeht, sind da ja noch viele Fragen offen.
Darin nimmt er zur Geschäftsentwicklung, aber auch zur Versteigerung der 5G-Mobilfunklizenzen und zu den Übernahmeplänen bei den Mitbewerbern Stellung. Das Interview ist in längeren Auszügen auf der Telefónica-Website nachzulesen.
Telefónica Deutschland ist gut ins Jahr gestartet, insbesondere im Kerngeschäft mit Mobilfunk-Serviceerlösen. Rechnen Sie im Jahresverlauf mit einer Beschleunigung auf der Umsatzseite?
Rolle: Wir haben dem Markt in unserem Ausblick für den um Regulierungseffekte bereinigten Gesamtumsatz eine weitgehend unveränderte Entwicklung gegenüber dem Vorjahr angekündigt. Daran halten wir fest und haben hier mit einem Plus von 0,4 Prozent in diesem Korridor geliefert. Gestützt wird diese Entwicklung von einer positiven Entwicklung bei den Mobilfunkservices und aktuell im Endgerätegeschäft, das aber naturgemäß über das Jahr etwas schwankend sein kann. Im Festnetz sehen wir wie erwartet anhaltende Umsatzrückgänge durch unseren laufenden Ausstieg aus der Wholesale-Vermarktung.
Größere Ausgaben kommen auf Sie zu. Die Bundesnetzagentur will noch im Herbst neue Mobilfunkfrequenzen vergeben, und zwar höchstwahrscheinlich im Wege der Versteigerung. Wie rüsten Sie sich dafür?
Rolle: Wir sind bereits gut gerüstet. Wir halten eine erhebliche Liquiditätsreserve vor. Dank der guten Unternehmensbonität (Fitch: BBB mit positivem Ausblick) und des niedrigen Verschuldungsgrads steht uns ein breites Spektrum an Finanzierungsinstrumenten zur Verfügung, und das ausgeglichene Fälligkeitsprofil unterstützt ebenfalls unsere finanzielle Flexibilität. Unabhängig davon wie die Frequenzvergabe letztlich erfolgt, ob als Auktion oder nach französischem Vorbild als Zuteilung mit einer Selbstverpflichtung zum Ausbau, gehen wir mit einer sehr soliden Frequenzausstattung an den Start. Insbesondere bei den flächendeckenden Frequenzen, die alle mindestens bis 2025 besichert sind, haben wir nahezu eine Gleichstellung unter allen Netzbetreibern. Was die Kapazitätsfrequenzen für hohe Datendurchsätze betrifft, haben wir derzeit eine sehr umfassende Ausstattung infolge des Mergers mit E-Plus.
Die Auktion für Mobilfunklizenzen des neuen 5G-Standards ist gerade in Großbritannien zu Ende gegangen, mit Gesamtkosten von 1,4 Mrd. Pfund für die Branche. Das ist deutlich weniger als bei früheren Vergaben auf den Tisch gelegt wurde. Rechnen Sie in Deutschland mit einer ähnlichen Größenordnung?
Rolle: Grundsätzlich vergibt die Bundesnetzagentur Spektrum in erheblichem Umfang für eine technologieneutrale Nutzung. Allein im 3,5 GHz-Band 300 Megahertz, die für die Netzbetreiber vorgesehen sind, und eventuell separiert noch 100 Megahertz für lokale Betreiber bzw. besondere Zwecke. Da kann man nicht unbedingt von knappen Ressourcen sprechen, die unbedingt per Auktion allokiert werden sollten. Ich gehe davon aus, dass die Branche aus früheren Auswüchsen gelernt hat.
Im Lager der Konkurrenz zeichnet sich nach dem Schulterschluss von United Internet mit Drillisch erneut ein großer Merger ab. Vodafone möchte Unitymedia schlucken. Müssen Sie ihre Anstrengungen für konvergente Angebote nun auch deutlich verstärken und mehr für Marketing ausgeben?
Rolle: In der Infrastruktur bleibt es dabei, dass wir ein Mobilfunknetzbetreiber sein wollen. Unseren Kunden können wir konvergente Angebote über die von der Telekom gemietete Infrastruktur zugänglich machen. Das Business liefert positive Margen. Der Festnetzumsatz insgesamt ging erneut um 10,7 Prozent zurück, was aber vor allem an unserem seit Jahren angekündigten und sukzessiv erfolgten Ausstieg aus dem Wholesale-Geschäft liegt. Das ist niedrigmargiges Teilgeschäft, ein Thema der Vergangenheit. Im Privatkundenbereich und der Vermarktung von Highspeed-VDSL-Anschlüssen bewegen wir uns dagegen zunehmend in eine positive Richtung. Das ist für uns ein relevantes Standbein. Und es gibt eben Kunden, die gern alles aus einer Hand wollen. Und solche integrierten Angebote sind damit auch Teil unseres Geschäftsmodells. Was den erwähnten möglichen Zusammenschluss angeht, sind da ja noch viele Fragen offen.
Claudia Boss-Teichmann 27.04.2018

