Kabel treibt Wachstums- und Innovationstempo bei Breitband und Pay-TV
Der Wettbewerb um superschnelles Breitband-Internet in Deutschland spitzt sich zu: Die deutschen Kabelnetzbetreiber beschleunigten im ersten Quartal 2009 ihr Wachstumstempo mit Breitband-Internet, Telefon und Digital-TV, so der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber ANGA. Dagegen habe das Wachstum bei führenden DSL-Betreibern – mit Ausnahme der Deutschen Telekom – zum Teil deutlich abgenommen. Demach steigerten die deutschen Kabelnetzbetreiber im ersten Quartal die Zahl ihrer Breitband-Internetkunden um rund 200.000 auf über 2 Millionen. In zahlreichen Regionen konnte das Kabel seine Position als am schnellsten wachsender Wettbewerber der Deutschen Telekom weiter ausbauen. Auch die eigenen Pay-TV-Angebote der Kabelnetzbetreiber wachsen schneller als der Markt und haben mit mehr als 1,7 Millionen Abonnenten die ebenfalls im Kabel verbreiteten Premiere-Programme überflügelt. Vom Trend zum digitalen Kabelempfang erwarten die Kabelnetzbetreiber weiter steigende Zuwachsraten bei Pay-TV.
Das Kundenwachstum führt die ANGA auf das attraktivere Preis-Leistungsverhältnis, die hohen Bandbreiten, aber auch die rasch wachsende Verfügbarkeit des superschnellen Internets aus dem Kabel zurück: Die Kabelnetzbetreiber treiben den Ausbau der Netze für das „Triple Play“ mit Hochdruck bis tief in den ländlichen Raum voran, dabei steht auch den Kabelkunden auf dem Land eine vollwertige Bandbreite und kompromissloser Leistungsumfang zur Verfügung. Damit sehen sich die Kabelnetzbetreiber grundsätzlich in der Lage, die von der Bundesregierung für 2014 angepeilten Breitband-Ausbauziele aus eigener Kraft zu stemmen und auch qualitativ zu überbieten.
Die Kabelnetzbetreiber planen für 2009 erneut Investitionen von insgesamt rund 700 Millionen Euro und setzen damit auch die DSL-Anbieter unter Zugzwang, ihre Investitionen zu verstärken. Dazu Verbandspräsident Thomas Braun anläßlich der diesjährigen ANGA Cable: „Der Infrastrukturwettbewerb zwischen Kabel und DSL steht noch am Anfang; Deutschland hat im Vergleich zu anderen Industrienationen noch sehr viel aufzuholen.“ Mit Blick auf die Diskussionen um den Breitbandausbau und die Digitalisierung ergänzte Braun: „Wer eine digitale Zweiklassengesellschaft in Deutschland vermeiden will, braucht ein starkes Kabel. Wir machen schnelles Internet für breite Bevölkerungsschichten in Stadt und Land vielfach erst zugänglich und erschwinglich – ohne Abstriche in Qualität und Bandbreite. Das unterscheidet uns klar von den DSL-Anbietern. Die Investitionen in Netzausbau und Infrastrukturwettbewerb stemmen die Kabelnetzbetreiber aus eigenen Mitteln, und das oft bei politischem und regulatorischem Gegenwind. Unsere Unternehmen können einen sehr großen Beitrag zur Verwirklichung der Breitbandziele der Bundesregierung leisten. Die Politik sollte das Potenzial des Kabels für Innovation und Wettbewerb endlich freisetzen und nicht auf wettbewerbsverzerrende Förderung von Übergangs- und Nischentechnologien setzen.“
Wolfgang Posewang 04.06.2009

