
Neuausrichtung und Sparprogramm bei der SRG SSR
Weniger als vier Monate nach der deutlichen Ablehnung der No-Billag-Initiative von 71,6 Prozent der Schweizer Bevölkerung startet die SRG (Schweizerische Rundfunk- und Fernsehgesellschaft) ein Reformprogramm. Der Verwaltungsrat SRG hat gestern den Rahmen des von der Geschäftsleitung vorgeschlagenen Spar- und Effizienzsteigerungsplanes gutgeheissen.
Wie am 4. März 2018 angekündigt, will die SRG in den kommenden vier Jahren einen Spar- und Reinvestitionsplan umsetzen. Sie wird insgesamt 100 Millionen Franken sparen und 20 Millionen davon reinvestieren. Einerseits begegnet die SRG damit der vom Bundesrat beschlossenen Plafonierung der Gebühreneinnahmen und den rückläufigen Werbeeinahmen. Andererseits bereitet sie damit das Unternehmen auf die Zukunft vor.
Neuausrichtung und Prioritäten
Mit 20 der insgesamt 100 einzusparenden Millionen will die SRG in den nächsten vier Jahren ihre Unterscheidbarkeit stärken und in ihren Mehrwert investieren.
Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung SRG erachten die beschlossenen Massnahmen als weiteren wichtigen Schritt, um den gemeinsam definierten Veränderungsprozess des Unternehmens voranzutreiben. Der Spar- und Effizienzsteigerungsplan wird bis Ende Jahr vom Verwaltungsrat SRG nach Anhörung der Sozialpartner eingehend geprüft und soll ab Januar 2019 umgesetzt werden.
Wie am 4. März 2018 angekündigt, will die SRG in den kommenden vier Jahren einen Spar- und Reinvestitionsplan umsetzen. Sie wird insgesamt 100 Millionen Franken sparen und 20 Millionen davon reinvestieren. Einerseits begegnet die SRG damit der vom Bundesrat beschlossenen Plafonierung der Gebühreneinnahmen und den rückläufigen Werbeeinahmen. Andererseits bereitet sie damit das Unternehmen auf die Zukunft vor.
Effizienzsteigerung und Einsparungen von 100 Millionen Franken
- Die deutliche Ablehnung der No-Billag-Initiative war auch ein Bekenntnis der Schweizer Bevölkerung zu den qualitativ hochwertigen Programmen der SRG in allen vier Landesteilen. Deshalb soll das Sparprogramm die Radio-, Fernseh- und digitalen Angebote so wenig wie möglich tangieren.
- Die übergeordneten Einsparungen – vor allem in den Bereichen Infrastruktur und Distribution – belaufen sich auf 40 Millionen Franken. In allen Regionen ist daher eine deutliche Senkung der Immobilienkosten vorgesehen – eine Reduktion, die der regionalen Verankerung der SRG Rechnung trägt.
- Um das Sparziel zu erreichen, wird auch ein Stellenabbau unvermeidbar sein. Unternehmensweit muss in den nächsten vier Jahren mit einem Abbau von rund 250 Vollzeitstellen gerechnet werden – ein wesentlicher Teil davon soll durch natürliche Abgänge erfolgen. Dennoch sind Entlassungen nicht auszuschliessen.
Öffentlich-private Kooperationen und Partnerschaften
- Ab 2019 wird die SRG die angekündigte Öffnung des Archivzugangs umsetzen. Sie will auch weiterhin die Schweizer Medienlandschaft mit nützlichen Partnerschaften stärken. Deshalb teilt sie bereits seit Monaten ihre Informationsvideos mit mittlerweile mehr als 40 privaten Medienanbietern. Zusammen mit drei privaten Radioverbänden wird ab Sommer ein Swiss Radioplayer starten.
- Mit der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL), den Universitäten von Genf, Lausanne, Neuenburg, der italienischen Schweiz sowie Ringier entsteht ein Kompetenzzentrum.
- Die SRG hat entschieden, ihren Aktienanteil von 33,3 Prozent an der Vermarktungsfirma Admeira an die beiden Mitaktionäre Swisscom und Ringier zu verkaufen.
- Die vielversprechende Entwicklung von Admeira, deren Innovationskraft und die Qualität der Medienangebote, die vom grössten Vermarktungsunternehmen der Schweiz gewährleistet werden, sind Gründe, weshalb die SRG die Vermarktung ihrer Werbespots und der Sponsoring-Angebote weiterhin bei Admeira belässt.
Mit 20 der insgesamt 100 einzusparenden Millionen will die SRG in den nächsten vier Jahren ihre Unterscheidbarkeit stärken und in ihren Mehrwert investieren.
- Im kulturellen Bereich: mit Investitionen in Schweizer Eigenproduktionen – insbesondere TV-Serien – dies in Zusammenarbeit mit externen Partnern. Ab dem 1. Januar 2019 wird nach Auslauf geltender Verträge zudem der bereits angekündigte Verzicht auf Unterbrecherwerbung bei Primetime-Filmen auf SRF, RTS und RSI umgesetzt.
- Im Digitalbereich: mit dem Aufbau einer non-linearen, digitalen Plattform, mit welcher SRG-Inhalte über die Sprachgrenzen hinweg durch Untertitelung und Synchronisation einfacher und personalisiert genutzt werden können. Zudem verzichtet die SRG ab 2019 darauf, Texte ohne Verbindung zu Audio- oder Video-Beiträgen auf den Info-Online-Websites von SRF, RTS und RSI zu publizieren. Damit will die SRG ihre Unterscheidbarkeit vom (bezahlten) Online-Angebot der privaten Anbieter noch unterstreichen.
Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung SRG erachten die beschlossenen Massnahmen als weiteren wichtigen Schritt, um den gemeinsam definierten Veränderungsprozess des Unternehmens voranzutreiben. Der Spar- und Effizienzsteigerungsplan wird bis Ende Jahr vom Verwaltungsrat SRG nach Anhörung der Sozialpartner eingehend geprüft und soll ab Januar 2019 umgesetzt werden.
Claudia Boss-Teichmann 28.06.2018

