KDG will vorerst an Analog-TV festhalten - Bilanzvorlage
Kabel Deutschland (KDG) hat seit 2003 über eine Milliarde Euro in die Digitalisierung und Modernisierung des Kabelnetzes investiert. Da jedoch das analoge TV-Angebot nach KDG-Ansicht noch über Jahre hinweg bestehen bleibt, werde das Unternehmen noch über Jahre ihr analoges Programmangebot parallel zum digitalen Fernsehen
aufrechterhalten, betonte Adrian v. Hammerstein, Vorsitzender der Geschäftsführung von Kabel
Deutschland anlässlich der Bilanzvorlage Mitte August 2009. Auch die Pläne der öffentlich-rechtlichen und privaten Sender, die analoge Satellitenverbreitung einzustellen, haben auf den analogen Kabelempfang
keinen Einfluss. „Es ist auch im Interesse der analog verbreiteten Sender, dass ein analoges Programmangebot möglichst lange erhalten bleibt. Wir stellen im Einvernehmen mit diesen Senderpartnern sicher, dass unsere Kunden wie gewohnt weiter analog fernsehen können“, betonte v. Hammerstein .
Die Kabel Deutschland GmbH (KDG) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/2009 (1. April 2008 bis 31. März 2009) ihr Wachstum fortgesetzt, betonte von Hammerstein in München. Das Unternehmen baute seine neuen Geschäftsbereiche mit Internet- und Telefonprodukten aus. Zum 31. März 2009 hat sich die Zahl der Internet- und Telefon-Abonnements im Jahresvergleich auf 1.417.800 nahezu verdoppelt (Vorjahr: 754.500). Hiervon entfielen 707.500 Abonnements auf Internet- und 710.300 auf Telefonprodukte. Diese Abonnements wurden von insgesamt 805.900 Kunden gebucht (Vorjahr: 420.900 Kunden). Jeder dritte Neukunde mit Zugang zu Kabel Deutschland-Produkten entscheidet sich für ein Internet- und Telefonangebot des Kabelnetzbetreibers. Rund 80 Prozent der Breitband-Kunden von Kabel Deutschland buchen ein Bündelangebot bestehend aus Internet- und Telefon-Anschluss. Das digitale Abo-TV-Angebot von Kabel Deutschland verzeichnete mit 849.200 Abonnements am Geschäftsjahresende 2008/2009 einen Zuwachs um 9,1 Prozent (Vorjahr: 778.500). Kabel Deutschland erzielte ein Umsatzwachstum von 14,5 Prozent auf 1.370,3 Mio. Euro (Vorjahr: 1.196,9 Mio. Euro). Der durchschnittliche monatliche Erlös pro Kunde belief sich im Geschäftsjahr 2008/2009 auf 11,06 Euro und stieg damit um 16 Prozent gegenüber Vorjahreswert (9,56 Euro).
Das bereinigte EBITDA verzeichnete einen Rekordwert von 570,7 Mio. Euro (Vorjahr: 457,8 Mio. Euro; plus 24,7 Prozent). Das Netto-Ergebnis wurde durch die mit dem Erwerb von Kabelnetzen von Orion Cable verbundenen Finanzierungskosten und ordentlichen Abschreibungen sowie durch Restrukturierungsrückstellungen negativ beeinflusst und belief sich auf minus 72,0 Mio. Euro (Vorjahr: 33,8 Mio. Euro). Die Gesamtinvestitionen insbesondere in die weitere Modernisierung des Kabelnetzes sowie in die Kundenakquisition beliefen sich im Geschäftsjahr 2008/2009 auf insgesamt 373,0 Mio. Euro (Vorjahr: 316,4 Mio. Euro, plus 17,9Prozent). Damit hat KDG in den letzten drei Jahren rund 1 Mrd. Euro investiert.
Bis 30. Juni 2009 stiegen, so KDG, die Internet- und Telefon-Abonnements auf 1.584.200 (Vorjahr:
935.000), wovon 787.000 Abonnements auf Internet- und 797.200 auf Telefonprodukte entfielen (Vorjahr: 482.000 Internet- und 453.000 Telefon-Abonnements). Diese Abonnements wurden von insgesamt 894.600 Kunden gebucht (Vorjahr: 524.200 Kunden).
Wolfgang Posewang 31.07.2009

