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(Foto: BBV Deutschland)

BBV kritisiert Vektoring-Ausbau der Telekom in Bretten

Die Telekom will in Bretten bei Karlsruhe bis Ende des ersten Quartals 2019 11.000 Haushalte mit Vektoring ausbauen. Manfred Matuschek, Geschäftsführer von BBV Deutschland, wirft der Deutschen Telekom vor, der Kooperationsbereitschaft, die Telekom-CEO Timotheus Höttges Ende letzten Jahres gegenüber den Netzbetreibern angekündigt hatte, keine Taten folgen zu lassen.

Der Hintergrund: Die BBV Deutschland errichtet und betreibt über ihre Tochter BBV Rhein-Neckar seit Juni 2017 in Bretten in fünf Stadtteilen und demnächst auch in der Kernstadt von Bretten ein flächendeckendes Glasfasernetz. Die Investitionen in Höhe rund 15 Millionen Euros werden von dem Unternehmen mit dem Partner Primevest Capital Partners komplett privatwirtschaftlich finanziert. In der Mittelstadt in der Nähe von Karlsruhe will die Telekom nun bis Ende des ersten Quartals 2019 rund 11.000 Haushalte mit Vectoring ausbauen. Dies hat das Unternehmen jüngst angekündigt. Vom derzeit laufenden Glasfaser-Ausbau der BBV sei man zu diesem Ausbau-Schritt nicht getrieben worden, betonte ein Sprecher der Deutschen Telekom gegenüber der Brettener Woche: "Wir haben für unseren bundesweit ständig laufenden Netzausbau eine langfristige und klare eigene Strategie, nicht getrieben von anderen."

"Es ist sehr schade, dass die Telekom und ihr CEO nicht zu ihrer angekündigten Kooperationswilligkeit stehen. Bretten ist mehr als ein Kollateralschaden, es ist der Beweis der eigenen Unglaubwürdigkeit im Einsatz für Regulierungsferien und den kooperativen Glasfaserausbau", zeigte sich BBV-Deutschland Geschäftsführer Manfred Maschek mehr als erstaunt über die Ankündigung der Telekom. "In Zeiten, in denen die neue Bundesregierung zu 100 Prozent auf die Glasfaser setzt, versucht die Telekom mit ihrer nicht mehr zukunftsfähigen Vectoring-Technik ohne Rücksicht auf Verluste und sinnfrei möglichst rasch noch viele Wettbewerber entgegen aller wirtschaftlicher Vernunft aus dem Markt zu drängen."

"Unsere Philosophie ist Open Access. Einer möglichen Mitnutzung unserer Netzinfrastrukturen durch die Telekom stehen wir positiv gegenüber, da diese für alle Beteiligten wirtschaftlich sehr viel Sinn macht. Doch entgegen den Höttges-Ankündigungen für Kooperationen mit bestehenden Netzen scheint es bei der Telekom noch nicht einmal eine ernsthafte Whole-Buy-Strategie zu geben. Denn bis heute wollte noch kein Unternehmensvertreter mit uns sprechen. Dabei könnte die Telekom, an der der Bund zu immer fast einem Drittel beteiligt ist, durch eine Kooperation mit uns viel Geld sparen. Die angedachten Investitionen sollten besser dort getätigt werden, wo diese sinnvoll sind und wirklich dringend benötigt werden", so Maschek weiter.


 

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