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VATM: Telekom setzt weiter auf Überbau mit Vectoring statt auf Kooperation

VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner kritisiert den Überbau mit Vectoring durch die Telekom. Aktueller Anlass für die Stellungnahme ist der kürzlich angekündigte Netzausbau der Telekom in Bretten bei Karlsruhe, wo das Unternehmen BBV Deutschland bereits seit Sommer 2017 ein privatwirtschaftlich finanziertes FTTH/B-Glasfasernetz aufbaut. Der VATM möchte nun solche Fälle sammeln und öffentlich machen.

"Die Telekom setzt weiter auf 'teile und herrsche'", kritisiert VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Einige dürften mittun bei der "Koalition der Willigen", aber willig zum Verzicht auf Überbau und gemeinsame Auslastung der besten Netze der Wettbewerber sei Telekom-Chef Timotheus Höttges nicht. In Wirklichkeit finden Glasfaserkooperation und Glasfaseranmietung mit echten Glasfaseranschlüssen bis zum Haus oder Endkunden (FTTB/H) seitens der Telekom kaum statt. Überbau mit Vectoring ist die bittere Realität, die den Ausbau mit Glasfaser für private Investoren und kommunale Netzbetreiber gleichermaßen schwierig und unkalkulierbar mache.

Immer mehr Fälle liegen dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur vor. Zahlreiche Beschwerden von Bürgermeistern führten zu einer einmaligen Aktion des Ministeriums noch unter Alexander Dobrindt. Dort hatte man schon vor über einem Jahr versucht, die Telekom mit einer Vereinbarung vom Überbau mit Vectoring abzuhalten – ohne durchschlagenden Erfolg. "Das Unternehmen behindert aktiv die Umsetzung der Ziele der Bundesregierung, obwohl der Bund der Haupteigentümer ist. Das macht einen langsam sprachlos und bringt viele Menschen, die sich für den Glasfaserausbau in Deutschland aktiv einsetzen, zur Verzweiflung", sagt VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.

"Wir werden nun die Fälle sammeln und öffentlich machen. Es ist unglaublich, dass sich gerade die Telekom hier auf Wettbewerb beruft. Kein kleines Unternehmen würde auf die Idee kommen, genau in dem Ort zu bauen, in dem gerade eine für den Investor teure und gute Versorgung entsteht. Es würde aus eigenem wirtschaftlichem Interesse den schlecht versorgten Nachbarort ausbauen. Nur ein marktbeherrschendes Unternehmen wie die Telekom kann sich Verdrängungswettbewerb beim Glasfaserausbau leisten, aber Deutschland kann sich das nicht leisten", warnt Grützner.
 

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