
Cable Days 2018: Medienkonsum wird unabhängiger von Plattformen und Netzbetreibern
Vertreter aus den Branchen Kabel-TV und Breitband aus Österreich, Deutschland und der Schweiz trafen sich am 8. und 9. November bei den Cable Days 2018 in Salzburg. Der Fachkongress mit Ausstellung fand bereits zwölften Mal statt. Im Fokus stand heuer das Thema "Die individualisierte Fernsehwelt".
In seiner Eröffnung konstatierte Günther Singer, Obmann des Fachverbandes Telekom/Rundfunk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), dass leider ein allgemeiner Trend Platz greife: Attraktive Inhalte – etwa aus dem Sportbereich – würden zunehmend aus dem Free-TV ins Pay-TV abwandern. Die Herausforderung für die Kabel TV- und Breitbandanbieter bestehe darin, ihre eigenen Produkte und Dienste an diese Entwicklungen anzupassen.
In einer Welt der zunehmend Internet-basierten Angebote gelte es sicherzustellen, dass originär österreichische Inhalte für die Haushalte im Inland auffindbar bleiben. Hier seien strategische Partnerschaften mit nationalen Contentplattformen und Kabel TV-Betreibern von großer Bedeutung: "Wir müssen das Miteinander anstelle eines Gegeneinanders in den Vordergrund stellen", unterstrich Günther Singer.

Günther Singer (re.), Obmann des Fachverbandes Telekom/Rundfunk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), und
Verbandsgeschäftsführer Philipp Graf freuen sich über die positive Resonanz auf die Cable Days 2018 (Foto: Claudia Wuppinger)
Österreichs 5G-Strategie mit klaren Zielsetzungen, jetzt braucht es rasante Umsetzung
Die vor Kurzem präsentierte 5G-Strategie für Österreich warte, so Günther Singer, erfreulicher Weise mit einigen sehr klaren Zielsetzungen auf. Ziel der Summe aller Maßnahmen ist, dass Österreich 5G-Vorreiter in Europa wird. "Wenn Österreich als Wirtschaftsstandort reüssieren soll, braucht es ambitionierte Ziele, die auch erfolgreich umgesetzt werden." Dafür seien optimierte Rahmenbedingungen nötig, wie sie etwa die am 24. Oktober im Nationalrat verabschiedete Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) festschreibt, "die für unsere Branche durchaus deutliche Verbesserungen bringt", lobt Singer. Der Rahmen für die nächsten Schritte in Sachen 5G in Österreich ist damit gesetzt. Die Gesetzesnovelle beinhaltet auch ein Novum in Sachen Vergabe von Mobilfunkfrequenzen/Frequenzauktionen: Dabei können erstmals Frequenzblöcke auch regional vergeben werden.
In einer Hinsicht stellen die kommenden Frequenzauktionen aber für die Kabel TV- und Breitbandbranche auch "Sorgenkinder" dar: "Das Auktionsdesign bietet keinen Schranken für Erlösmaximierung", wie Günther Singer es formulierte. Zwar heiße es seitens der heimischen Politik, dass sich die Versteigerungserlöse in überschaubarem Rahmen halten sollen. Eine zahlen- und betragsmäßige Einordnung gebe es diesbezüglich aber (noch) nicht, so Cable Days-Initiator Günther Singer. "Jeder Euro, der in der Frequenzauktion eingesetzt wird, wird unseren Branchen dann bei der rasanten Umsetzung des 5G-Ausbaus abgehen", warnt Singer.
Hoher Andrang bestätigt Aktualität und grosses Interesse
Learnings aus der zweitägigen Branchentreff dieses Jahres waren unter anderem: Wie die Dienste, die wir kennen, zusammenwachsen und dass die Kunden mittlerweile nahezu unendlich viele Möglichkeiten haben, an Inhalte zu kommen. Überraschend ist jedenfalls die Geschwindigkeit, mit der das geschieht.
Aber auch ohne die Sponsoren - heuer waren es 25 Sponsorenstände und 15 weitere Sponsoren -, Kooperationspartner und Aussteller wäre es nicht möglich, die Cable Days alljährlich auszurichten. "Auch dafür gilt es danke zu sagen", so Singer und Graf.
Nach den heurigen Cable Days ist aber auch vor den nächsten Cable Days: Die Konferenz für Kabel-TV & Breitband Cable Days 2019 wird am 12. und 13. November des kommenden Jahres stattfinden. Location der Cable Night 2019 wird übrigens nun nach einiger Zeit wieder der Hangar-7 sein.
Claudia Boss-Teichmann 12.11.2018

