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BUGLAS: Geplante Fusion von Vodafone und Unitymedia nicht genehmigungsfähig

Das in der zweiten Oktoberhälfte bei der EU-Kommission angemeldete Übernahmevorhaben der Unitymedia durch Vodafone ist aus Sicht des Bundesverbands Glasfaseranschluss (BUGLAS) nicht genehmigungsfähig. Aufgrund der vielfältigen Einschränkungen des Wettbewerbs, die die geplante Fusion hervorbringen würde, seien nachteilige Entwicklungen für Privat- und Geschäftskunden ebenso wahrscheinlich wie der Wegfall jeglicher ökonomischen Grundlage für den weiteren Glasfaserausbau bis mindestens in die Gebäude. Der BUGLAS hatte sich für seine mittlerweile über 100 Mitgliedsunternehmen an der umfangreichen Konsultation der EU-Kommission zur beabsichtigten Übernahme beteiligt und gestern auch persönlich in der zuständigen Unit C5 – Mergers – Information, Communication and Media in Brüssel seine Bewertung des Vorhabens zum Ausdruck gebracht.

"Im Falle einer Genehmigung der Fusion würde ein Kabel-Gigant mit einer Marktabdeckung von rund 70 Prozent entstehen, der mit seiner weiter konzentrierten Marktmacht und Integration von klassischem Kabel-TV, Mobilfunk sowie Festnetztelefonie und Festnetzinternet die Wirtschaftlichkeit des überwiegend lokalen und regionalen Glasfaserausbaus bis mindestens in die Gebäude massiv beeinträchtigen, wenn nicht gar vollständig in Frage stellen würde", erläutert BUGLAS-Geschäftsführer Wolfgang Heer. "Die Dominanz von Vodafone und Unitymedia auf dem TV-Markt zeigt sich bereits heute darin, dass beide als einzige Marktakteure Einspeiseentgelte für die Must-Carry-Sender haben durchsetzen können." Das fusionierte Unternehmen werde hinsichtlich des Erwerbs von TV-Verbreitungsrechten, im Gestattungsmarkt zur Versorgung der Wohnungswirtschaft sowie den Endkundenmärkten für Internet und Telefonie signifikant marktmächtig, so der BUGLAS-Geschäftsführer weiter.

"Im Zusammenspiel mit der Mobilfunk-Infrastruktur von Vodafone könnte das fusionierte Unternehmen zudem auch Quadruple-Play-Bundles anbieten, die von kleineren Wettbewerbern nicht nachbildbar sind", führt Heer aus. "Im Ergebnis würde auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt ein Duopol aus dem neuen Kabel-Giganten und der Telekom entstehen, bei dem weder das eine noch das andere marktmächtige Unternehmen einen Anreiz hätte, in nachhaltige Glasfaserinfrastrukturen zu investieren. Das kann weder im Sinne der Kommission noch der Bundespolitik sein, die ja nun beide auf hochleistungsfähige Gigabit-Konnektivität abstellen und entsprechende Ziele ausgegeben haben." Im internationalen Glasfaser-Vergleich stehe Deutschland relativ weit hinten. Anstatt nun endlich die Aufholjagd anzutreten, würde der Status Quo in einem solchen Duopol zementiert.

Die Europäische Kommission stellt bei ihrer Bewertung des Fusionsvorhabens aus Sicht des BUGLAS völlig zu Recht auf die Frage ab, welche negativen Auswirkungen auf den Wettbewerb aus dem Zusammenschluss von Vodafone und Unitymedia zu erwarten sind. "Hier dürfte zunächst ein Verdrängungswettbewerb entstehen, bei dem über Einkaufs- und Vermarktungsmacht und entsprechende Skaleneffekte kleinere Anbieter aus dem Markt aussteigen müssen, weil sie den Preiswettbewerb nicht mitgehen können“, prognostiziert Heer. „Was den Verbraucher kurzfristig vielleicht freuen mag, wird sich aber spätestens bereits mittelfristig als Bumerang erweisen, wenn mangels entsprechendem Innovationsdruck die notwendigen Investitionen in FttB/H-Netze unterbleiben und somit die Grundlagen für 5G und Gigabit-Konnektivität nicht gelegt werden."

"Vor dem Hintergrund all dessen ist die beabsichtigte Fusion von Vodafone und Unitymedia nicht genehmigungsfähig", fasst der BUGLAS-Geschäftsführer die Bewertung des Glasfaserverbands zusammen. "Die abzusehenden Wettbewerbsverzerrungen und Nachteile für die Verbraucher lassen sich durch eventuelle Effizienzgewinne des Zusammengehens der beiden Unternehmen nicht rechtfertigen."
 

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