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Bund und Länder zu DAB+: nationale Digitalradio-Pflicht und weitere UKW-Abschaltungen

Während eine Neufassung des Telekommunikationsgesetzes bald eine bundesweite Regelung zur Digitalradio-Pflicht für stationäre Geräte vorsieht, setzt das Deutschlandradio mit DAB+ und IP auf eine digitale Programmverbreitung: Es gibt in der zweiten Jahreshälfte in drei weiteren Regionen UKW-Frequenzen zurück. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen prüft die Landesmedienanstalt eine Ausschreibung von DAB+ Kapazitäten, nachdem eine DAB+ Bedarfsabfrage bei 47 privaten Programmanbietern auf ein großes Echo gestoßen war. Darüber informierte das Digitalradio Büro Deutschland* am 15. März.

Digitalradio-Pflicht für stationäre Geräte kommt voraussichtlich im Sommer
Bund und Länder setzen die Digitalradio-Pflicht für stationäre Geräte voraussichtlich im Sommer um. Auf der Netzwerkveranstaltung "DAB+ im Dialog" in der Bayerischen Vertretung in Berlin sagte die Staatsministerin für Digitales im Kanzleramt, Dorothee Bär: "Für den Erfolg von DAB+ bedarf es geeigneter politischer Rahmenbedingungen. Sie sorgen bei allen Beteiligten für die notwendige Planungssicherheit. Mit den Regelungen zur Interoperabilität in § 48 des neuen Telekommunikationsgesetzes ist diese gegeben."

Heike Raab, Staatssekretärin für Medien und Digitales, Rheinland-Pfalz, ergänzte: "Die vom europäischen Parlament verabschiedete Interoperabilitätsverpflichtung für Autoradios wird die Verbreitung und die Akzeptanz von DAB+ in Europa verbessern."

Bayern plant Volldigitalisierung der Radioverbreitung bis 2025
Der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Bayerische Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien Dr. Florian Herrmann macht deutlich: "Die Zukunft des Radios ist digital. Deshalb treibt die Staatsregierung seit Jahren die terrestrische Verbreitung im DAB+ Standard intensiv voran und leistet mit jährlich bis zu eine Million Euro als einziges Bundesland eine finanzielle Unterstützung für die technische Verbreitung von digitalen privaten Hörfunkprogrammen. Das zeigt Wirkung, denn wir sind bei der Verbreitung des Digitalradios Spitzenreiter: Rund 24,2 Prozent der Haushalte in Bayern – deutschlandweit sind es 17 Prozent - verfügen mittlerweile über ein Digitalradiogerät (DAB+). Mein Ziel ist die Volldigitalisierung der Radioverbreitung mit DAB+ bis 2025."

Deutschlandradio setzt auf die Digitalisierung
Der Vorsitzende des Vereins Digitalradio Deutschland und Intendant von Deutschlandradio, Stefan Raue: "Nach Helgoland und Mittenwald werden wir in Amberg, Kempten und Füssen UKW-Frequenzen zurückgeben. Wir setzen auf DAB+ mit IP als Ergänzung. Nur mit DAB+ hat Deutschlandradio die Möglichkeit, alle Beitragszahler bundesweit zu erreichen. Die Hörerinnen und Hörer unserer drei gehobenen Programme profitieren vom klaren, digitalen Klang und den Zusatzdiensten über DAB+."

Prof. Dr. Karola Wille, stellvertretende ARD-Vorsitzende und Intendantin des MDR, zeigte sich überzeugt, dass der Weg hin zu einer rein digitalen Verbreitung in ganz Deutschland nur dann gelingt, wenn öffentlich-rechtlicher Rundfunk und private Anbieter kooperieren: "Dabei setzen wir auf eine wachsende digitale Programmvielfalt. Der MDR hat Ende 2018 beispielsweise mit dem Kinderradio MDR Tweens ein weiteres rein digital verbreitetes Hörfunkprogramm gestartet, das die Attraktivität von DAB+ in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen weiter erhöht. Gleichzeitig suchen wir den Schulterschluss mit den Privatradios bei der Programmverbreitung über DAB+. Wir beobachten mit Interesse, dass das Deutschlandradio UKW-Frequenzen in einigen Regionen zurückgibt und dort ausschließlich auf DAB+ setzt."

Der Präsident des Weltverbands WorldDAB, Patrick Hannon, sprach sich für eine enge Kooperation aus: "DAB+ ist dann ein Erfolg, wenn fünf Faktoren zusammenspielen: eine gute Netzabdeckung und große Programmvielfalt, eine breite Auswahl an Geräten und die Möglichkeit, in fast allen Neuwagen ein DAB+ Autoradio bestellen zu können. Damit die Hörerinnen und Hörer von DAB+ erfahren, bedarf es eines Kommunikationskonzepts mit starken Botschaften und einer klaren Markenführung für den Handel. Je intensiver die Zusammenarbeit aller Beteiligten mit der Politik, desto nachhaltiger der Erfolg."

*Digitalradio Büro Deutschland
Das Digitalradio Büro Deutschland mit Sitz in Berlin ist eine Gemeinschaftsinitiative des Vereins Digitalradio Deutschland, also ARD, Deutschlandradio, privaten Radioveranstaltern, Geräteherstellern und Netzbetreibern, die sich zum Ziel gesetzt haben, Digitalradio DAB+ in Deutschland zu etablieren. Das Digitalradio Büro informiert die Öffentlichkeit über die Möglichkeiten und die Einführung von DAB+ in Deutschland. Der Zugang zum Digitalradio Deutschland e.V. steht allen Marktteilnehmern offen, die sich für DAB+ engagieren.
 

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