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Der Vorstand der Deutschen Telekom bei der diesjährigen Hauptversammlung (Foto: Deutsche Telekom)

Telekom-CEO Tim Höttges: "Wer 40 Prozent Marktanteil hat, kann nicht 100 Prozent Netz bauen"

Die Deutsche Telekom setzt verstärkt auf Kooperationen mit Wettbewerbern. Diese seien nun fester Teil der Ausbaustrategie. "Wer 40 Prozent Marktanteil hat, kann nicht 100 Prozent Netz bauen." Dies sagte Telekom-CEO Tim Höttges auf der heutigen Hauptversammlung des Konzerns in Bonn.

Zum Ausbau sagte er weiter: "Wir brauchen Breitband für viele. Nicht für wenige. Genau so bauen wir unser Netz." Aktuell könnten rund 33 Millionen Haushalte einen glasfaserbasierten Internetanschluss von der Telekom erhalten (FTTC). Davon fast 20 Millionen Haushalte mit bis zu 250 Mbit pro Sekunde. Als Nächstes folge der verstärkte Ausbau von Glasfaser bis zum Haus (FTTH).

Kooperationen bei Mobilfunk und Festnetz

Im Mobilfunk bietet die Telekom einen Großteil ihrer Antennenstandorte auch Wettbewerbern zur Mitnutzung an. "Wir bauen den Mast. Die anderen können dort ihre Antennen mit dranhängen. Gerade im ländlichen Raum, wo die Lücken noch groß sind." Offen zeigte sich Höttges zudem für Gespräche mit den Mobilfunk-Wettbewerbern über die Schließung weiterer weißer Flecken. Im Festnetz verwies er unter anderem auf die vor wenigen Tagen angekündigte Gründung des Joint-Ventures mit dem Anbieter EWE. Unter dem Namen Glasfaser NordWest sollen 1,5 Millionen Haushalte in Norddeutschland mit FTTH versorgt werden.

Kritik an Frequenzauktion

Zugleich warb Höttges für "faire und marktwirtschaftliche Lösungen". Maximal investieren und maximal regulieren schlössen sich gegenseitig aus. Zudem müssten auch an anderer Stelle neue Antworten gefunden werden. So sei die Genehmigungszeit für Antennen-Standorte mit zwei Jahren oder mehr in Deutschland zu lang. Auch die Zugangsregulierung für neue Glasfasernetze sieht die Telekom kontraproduktiv, da sie Investitionen entwerte. Beim Thema 5G kritisierte Höttges, dass ein Viertel des zur Verfügung stehenden Frequenzspektrums gar nicht erst versteigert werde. "Es findet eine künstliche Verknappung öffentlicher Ressourcen statt. Das treibt womöglich den Preis in die Höhe. Am Ende fehlt das Geld für den Ausbau."

CO2-Emmissionen sollen bis 2030 drastisch sinken

Zwar helfen digitale Anwendungen ingesamt, CO2 zu sparen. Doch mit energieintensiven Rechenzentren ist auch die Telekom „Teil des Problems“ beim Klimawandel. Daher hat das Unternehmen entschieden, das Netz ab 2021 nur noch mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß des Unternehmens insgesamt um 90 Prozent sinken.

Höttges warb zudem für die geplante Fusion von T-Mobile US mit dem Wettbewerber Sprint: „Der Zusammenschluss ist gut. Für den Wettbewerb in Amerika. Für die Kunden. Für mehr Arbeitsplätze.“ Unter anderem könnten beide Unternehmen gemeinsam schneller ein 5G-Netz aufbauen.

Sehr positives Geschäftsjahr 2018

Insgesamt war das Geschäftsjahr 2018 für die Telekom ein "Rekordjahr". Die Deutsche Telekom erzielte ein Umsatzplus von 0,9 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA legte gegenüber dem Vorjahr um 5,0 Prozent auf 23,3 Milliarden Euro zu. Beim Free Cashflow gab es ein Plus von 13,7 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro.

 

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