Ländle testet Internet via Satellit
In einem landesweiten Modellprojekt 'Breitbanderschließung des Ländlichen Raums mit Satelliten' mit rund 150 Haushalten testet Baden-Württemberg den schnellen Internetempfang via Satellit. Die beiden Satelliten-Internetplattformen von Eutelsat (Tooway) und SES ASTRA (Astra2Connect) stellen die technischen Verbindungen bereit.
Mit dem Tooway-System erhalten Nutzer einen bis zu 3,6 MBit/s schnellen Internetzugang. "Die sofort einsetzbare Satellitentechnik kann einen ganz entscheidenden Beitrag zum Schließen der Breitbandversorgungslücken in ganz Deutschland leisten. Im kommenden Jahr können wir Haushalten in ganz Deutschland über unseren neuen Satelliten KA-SAT sogar Zugangsgeschwindigkeiten bis zu 10 MBit/s bieten“, betonte Volker Steiner, Managing Direktor Eutelsat Deutschland. In den nächsten zwölf Monaten soll Tooway mit dem neuen Satelliten KA-SAT europaweit Geschwindigkeiten bis zu 10 MBit/s erreichen. Theoretisch seien sogar Geschwindigkeiten von 50 MBit/s und mehr möglich, hieß es bei Eutelsat.
Mit seinem Vertriebspartner Filiago wird SES Astra mit Satellitenbreitbandtechnologie Astra2Connect versorgen. Astra2Connect wird über Vertriebspartner und Internet Service Provider an Endkunden sowie im industriellen und maritimen Markt vertrieben. „Dieses Modellprojekt ist ein wichtiger Meilenstein für Astra2Connect. Es zeigt, dass die Satellitentechnologie beim flächendeckenden Ausbau der Breitbandnetze in Deutschland unentbehrlich ist“, sagte Norbert Willems, Managing Director von Astra Broadband Services, der Breitbandtochter des europäischen Satellitenbetreibers SES Astra.
"Das Projekt soll Klarheit darüber verschaffen, ob und inwieweit der Satellit als Übertragungsmedium für schnelles Internet von den Beteiligten vor Ort angenommen wird", erklärte der Präsident der LFK, Thomas Langheinrich. "Die Satellitentechnik tritt in der aktuellen Breitbanddiskussion immer stärker in den Vordergrund. Es gilt nun, die Vor- und Nachteile dieser Technik im Pilotbetrieb zu testen", erklärte Baden-Württembergs Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch. Probleme würden beispielsweise durch die im Vergleich zu anderen Verfahren relativ hohen Kosten oder durch die sogenannte 'Latenzzeit' entstehen. Die Latenzzeit sei der Bruchteil der Sekunde, den das Internetsignal von der Erde zum Satellit und wieder zurück benötigen würde. Dies wirke sich bei bestimmten Anwendungen, beispielsweise bei Videokonferenzen in Echtzeit, störend aus.
Wolfgang Posewang 21.05.2010

