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Reaktionen auf Ergebnis der 5G-Auktion

Nach der Beendigung der Versteigerung der 5G-Lizenzen zeigen sich die Netzbetreiber Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch zufrieden mit dem Ergebnis. Die drei etablierten Betreiber kritisieren aber auch, dass für die Auktion zu viel Geld eingesetzt werden musste.

Dirk Wössner, Vorstand der Telekom Deutschland, sagte: "Wir haben das Spektrum erhalten, das wir wollten. Nach einer langen Auktion herrscht jetzt Klarheit." Dennoch hinterlasse die Auktion einen bitteren Nachgeschmack: "Der Netzausbau in Deutschland hat einen deutlichen Dämpfer erhalten. Das Ergebnis hätte wesentlich günstiger ausfallen können. Auch diesmal ist das Spektrum in Deutschland viel teurer als in anderen Ländern. Das Geld fehlt den Netzbetreibern jetzt für den Netzausbau. Mit dem Auktionserlös hätte man ca. 50.000 neue Mobilfunk-Standorte bauen und viele weiße Flecken schließen können", betont Wössner.

Ähnlich sieht es Vodafone Deutschland: Das Unternehmen habe in der Gesamtausstattung sein Auktionsziel erreicht. Hannes Ametsreiter, CEO Vodafone Deutschland: "Die Auktion ist beendet. Und wir haben die Frequenz-Ausstattung bekommen, auf die wir abgezielt haben. Leider haben wir als Branche aber einmal mehr viel Geld für Lizenzpapiere ausgeben müssen, das wir lieber in den Netzausbau investiert hätten. Umso wichtiger ist jetzt, dass Politik und Branche gemeinsam ein Reinvestitions-Programm erarbeiten, mit dem die Erlöse direkt in den Mobilfunkausbau fließen."

Auch Telefónica Deutschland ist mit dem ersteigerten Frequenzpaket hoch zufrieden. "Wir haben in der Auktion ein gutes Ergebnis erzielt und ein werthaltiges Frequenzpaket erworben, das unser bestehendes Spektrum ideal ergänzt" sagt Markus Haas, CEO von Telefónica Deutschland.

Gleichzeitig übt das Unternehmen massive Kritik an der Versteigerung:"Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass eine Frequenzvergabe über eine Auktion kontraproduktiv für den Mobilfunkausbau in Deutschland war. Der Verlauf der Auktion hat gezeigt, dass das Design sowie die nicht ausreichende Menge an zur Verfügung gestellten Frequenzen die Kosten in die Höhe getrieben haben. Diese Investitionsmittel wären aus Verbrauchersicht und für den Wirtschaftsstandort Deutschland deutlich besser im Netzausbau aufgehoben", sagte Valentina Daiber, Chief Officer for Legal & Corporate Affairs.

Uneingeschränkt positiv kommentierte die United-Internet-Tochter Drillisch das Ergebnis: "Wir freuen uns über den Ausgang der Auktion. Wir haben Frequenzen ersteigert, mit denen wir in der Lage sind, ein leistungsfähiges 5G-Netz aufzubauen. Damit schlagen wir ein neues Kapitel in unserer Unternehmensgeschichte auf. Als vierter Netzbetreiber werden wir einen Beitrag leisten, Deutschland zum Leitmarkt für 5G zu machen, und neue Geschäftsfelder für unser Unternehmen erschließen", so Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender der United Internet AG.

Branchenexperten widersprechen der Kritik der Unternehmenan der Auktion. So sagte Torsten Gerpott, Telekommunikationswissenschaftler an der Uni Duisburg-Essen der F.A.Z. (14.06.2019): "Das aktuelle Wehklagen sollte man eher als Verhalten zur Beeinflussung künftiger Regulierungsentscheidungen einstufen."

Martin Witt, Präsident des VATM e. V., blickt anlässlich des Endes der 5G-Frequenz-Auktion nach vorne: "Marktteilnehmer und Politik müssen nun sehr schnell und gemeinsam über einen deutlich optimierten Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen sprechen. Wir brauchen eine integrierte Lösung, denn Glasfaserausbau und Mobilfunknetze dürfen nicht länger isoliert betrachtet werden." (...)

"Die Auktion hat deutlich höhere Erlöse erzielt als die Politik selbst erwartet hat. Der Spielraum muss nun genutzt werden und wir müssen den Blick nach vorne richten. Wir brauchen eine sinnvolle Koordinierung, die den Ausbau sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk schneller vorantreibt und wirtschaftlich macht. Das noch immer in Arbeit befindliche Förderprogramm der Bundesregierung wird stärker als bisher den Ausbau von 5G-Netzen in den Fokus rücken müssen.

Dafür brauchen wir einen runden Tisch, damit sich alle Marktteilnehmer über das beste Konzept für die Zukunft verständigen können und Politik nicht losgelöst von der Wirtschaft Lösungen entwickelt, die sich in der Praxis nur schwer umsetzen lassen. Nicht gegeneinander, sondern miteinander muss das gemeinsame Ziel sein."


 

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