Kritische Reaktionen auf die Unitymedia-Übernahme
Die ersten Reaktionen auf die am 19. Juli von der EU-Kommission bekanntgegebene Genehmigung der Übernahme von Unitymedia durch Vodafone sind kritisch. Marktführer Deutsche Telekom und die Branchenverbände BREKO und BUGLAS zeigen kein Verständnis dafür, dass die Kommission keine weiteren Auflagen vorgesehen habe.
Telekom befürchtet weniger Medien- und Programmvielfalt
BREKO und BUGLAS warnen vor Verlangsamung des FTTB-/FTTH-Ausbaus
Der BREKO Bundesverband Breitbandkommunikation und der Bundesverband Glasfaseranschluss (BUGLAS) befürchten eine Einschränkung des Wettbewerbs und eine Verlangsamung des Infrastrukturwechsels zur Glasfaser.
Der BREKO bleibt bei seiner nachdrücklich geäußerten Warnung vor dem Zusammenschluss zwischen Vodafone und Unitymedia. Zwar begrüßt der BREKO grundsätzlich Open-Access-Vereinbarungen – bei der Öffnung der künftigen Vodafone-Kabelnetze handle es sich jedoch um einen "Exklusiv-Deal" zwischen zwei Großunternehmen, wodurch sich nichts an den negativen Auswirkungen der Übernahme in den Kabelmärkten sowie auf den "echten" Glasfaserausbau (FTTB / FTTH) ändern werde.
"Die Kabel-Fusion hat erhebliche wettbewerbliche Implikationen, die sich bereits auf mittlere Frist negativ auf die Angebotsvielfalt und die Endkundenpreise auswirken", wertet BUGLAS-Geschäftsführer Wolfgang Heer. "Zudem wird der Merger zumindest im Bereich des Footprints des fusionierten Unternehmens den Glasfaserausbau bis mindestens in die Gebäude massiv erschweren. Die geballte Marktmacht des neuen Kabel-Giganten und seine für kleinere Wettbewerber nicht nachbildbaren Bündelprodukte aus Internet, Telefonie, TV und Mobilfunk machen die Nutzung der herkömmlichen Kabelnetze ökonomisch noch attraktiver." Heer weiter: "Die Fusion führt auf nationaler Ebene zu einem Kupfer-Duopol von Telekom und Vodafone. Gerade vor dem Hintergrund, dass der größte Teil des Glasfaserausbaus von regionalen Unternehmen realisiert wird, ist der Zusammenschluss ein schlechtes Zeichen für die Verbraucher und den Wirtschaftsstandort Deutschland."
Telekom befürchtet weniger Medien- und Programmvielfalt
Ein Telekom-Sprecher sagte gegenüber der dpa: "Wir sind überzeugt, dass die Auflagen nicht ausreichen, negative Auswirkungen im Bereich der Medien- und Programmvielfalt abzuwenden". Das Unternehmen werde prüfen, ob eine "gerichtliche Überprüfung zum Schutz des Wettbewerbs" geboten sei.
Der BREKO Bundesverband Breitbandkommunikation und der Bundesverband Glasfaseranschluss (BUGLAS) befürchten eine Einschränkung des Wettbewerbs und eine Verlangsamung des Infrastrukturwechsels zur Glasfaser.
Der BREKO bleibt bei seiner nachdrücklich geäußerten Warnung vor dem Zusammenschluss zwischen Vodafone und Unitymedia. Zwar begrüßt der BREKO grundsätzlich Open-Access-Vereinbarungen – bei der Öffnung der künftigen Vodafone-Kabelnetze handle es sich jedoch um einen "Exklusiv-Deal" zwischen zwei Großunternehmen, wodurch sich nichts an den negativen Auswirkungen der Übernahme in den Kabelmärkten sowie auf den "echten" Glasfaserausbau (FTTB / FTTH) ändern werde.
"Die Kabel-Fusion hat erhebliche wettbewerbliche Implikationen, die sich bereits auf mittlere Frist negativ auf die Angebotsvielfalt und die Endkundenpreise auswirken", wertet BUGLAS-Geschäftsführer Wolfgang Heer. "Zudem wird der Merger zumindest im Bereich des Footprints des fusionierten Unternehmens den Glasfaserausbau bis mindestens in die Gebäude massiv erschweren. Die geballte Marktmacht des neuen Kabel-Giganten und seine für kleinere Wettbewerber nicht nachbildbaren Bündelprodukte aus Internet, Telefonie, TV und Mobilfunk machen die Nutzung der herkömmlichen Kabelnetze ökonomisch noch attraktiver." Heer weiter: "Die Fusion führt auf nationaler Ebene zu einem Kupfer-Duopol von Telekom und Vodafone. Gerade vor dem Hintergrund, dass der größte Teil des Glasfaserausbaus von regionalen Unternehmen realisiert wird, ist der Zusammenschluss ein schlechtes Zeichen für die Verbraucher und den Wirtschaftsstandort Deutschland."
Auswirkungen auf den Gestattungsmarkt
Der BREKO betont außerdem, dass der Zusammenschluss negative Auswirkungen auf den Gestattungsmarkt, also Markt für Verträge mit der Wohnungswirtschaft zur Versorgung von Endkunden haben könne. Hier liege der Marktanteil von Vodafone künftig bei rund 75 Prozent. Dies werde – ungeachtet des Netzzugangs für Telefónica – in den meisten Fällen auch ein Monopol in puncto Kabel-Internet bedeuten: Da in den Gestattungsverträgen meist entsprechende Exklusivitätsvereinbarungen zugunsten der Kabelanbieter vorhanden seien, könne die Wohnungswirtschaft keine weiteren Verträge – etwa mit regionalen TK-Anbietern für Glasfaseranschlüsse bis in den Keller des Gebäudes (FTTB) oder bis direkt in die Wohnungen (FTTH) – mehr vereinbaren. Der BREKO bedauert zudem, dass die EU-Kommission Vodafone nicht zur Auflage gemacht habe, dass langfristig mit der Wohnungswirtschaft laufende (Gestattungs-) Verträge ein Sonderkündigungsrecht erhalten.
Claudia Boss-Teichmann 19.07.2019

