Sky Deutschland braucht mehr Geld
Die Börse reagierte mit erheblichen Abschlägen auf den Aktienkurs, nachdem Sky Deutschland zum Wochenanfang weiteren Finanzbedarf ankündigte. Die notwendigen 340 Mio. € werden von Rupert Murdochs News Corporation bereitgestellt, die derzeit 45,42 Prozent des Grundkapitals der Sky Deutschland AG hält.
Sky Deutschland hat zum Ende des 2. Quartals 2,476 Millionen Abonnenten.Der Gesamtumsatz lag im 2. Quartal 2010 bei 236,1 Mio. € (Vorjahr: 230,6 Mio. €). Die Umsätze aus Abonnements stiegen im Jahresvergleich um 18,7 Prozent und liegen bei 212,4 Mio. € (Vorjahr: 179,0 Mio. €). Der durchschnittliche Umsatz pro Abonnent (ARPU) stieg um 3,42 € auf 28,62 € (Vorjahr: 25,20 €). Die Kosten konnten aufgrund geringerer Preise für die Übertragung der Fußball Bundesliga und anderer Programmrechte auf 294,3 Mio. € reduziert werden (Vorjahr: 305,3 Mio. €). Das EBITDA im 2. Quartal 2010 lag bei -47,4 Mio. € (Vorjahr : -63,4 Mio. €). Das Quartalsergebnis lag bei -81,9 Mio. € (Vorjahr : -365,8 Mio. €), wobei das 2. Quartal 2009 durch die Abschreibung der Marke Premiere in Höhe von 253,9 Mio. € beeinflusst war.
Fünf Maßnahmen sollen Sky den Weg ins ruhigere Fahrwasser zeigen, so CEO Brian Sullivan: 1. Differenzierung durch HDTV, bessere Qualität und Exklusivität; 2. Beschleunigtes Nettowachstum durch Verbreitung des Sky+ Festplattenrekorders; 3. Differenzierung und Expansion durch Schlüssel-Innovationen und Erweiterung der Produktpalette. Dazu zählen das neue Sky Multiroom-Angebot, mit dem jedes Haushaltsmitglied sein eigenes Programm zur gleichen Zeit in verschiedenen Räumen schauen. Mit dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika startete Sky die „Sky Sport“ App für das iPad. 4. Ausbau des Vertriebs. Dazu zählen auch die Partnerschaften mit Kabel BW, NetCologne, Versatel Telekabel und Telecolumbus sowie 5. Weiterentwicklung des Kundenservices.
Wolfgang Posewang 05.08.2010

