ANZEIGE

Treiben den Glasfaserausbau in Österreich in ländlichen Regionen voran: (v.l.) Igor Brusic (Vice President, Deputy Director aggfa), Arno Abler (Breitbandserviceagentur Tirol), Peter Schark (Breitbandinitiative Kärnten, BIK), Heinz Pabisch (Leiter aggfa), Herbert Jöbstl (Steirische Breitband- und Digitalinfrastrukturgesellschaft, sbidi), Hartwig Tauber (Niederösterreichische Glasfaserinfrastrukturgesellschaft, nöGIG), Martin Wachutka (Fiber Service OÖ) (Foto: CMG-AE)

Fiberday 2019 in Graz: FTTH-Ausbau mit Open Access

27.11.2019 - Beim Glasfaserausbau in Österreich zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab. Dies wurde beim CMG Fiberday in Graz deutlich: Bereits in fünf Bundesländern errichten alternative Infrastrukturunternehmen offene Glasfasnetze bis ins Haus (FTTH). In den nächsten drei Jahren sollen so knapp 300.000 zusätzliche Glasfaseranschlüsse für Haushalte und Betriebe in ländlichen Regionen entstehen. Dafür werden österreichweit insgesamt rund 600 Mio. Euro investiert. Die aktuelle Abdeckung mit Glasfaser bis ins Haus (FTTH und FTTB) liegt in Österreich bei ca. 340.000, das entspricht nur etwa 7,4 Prozent der Haushalte und Firmenstandorte.

Netzausbau auf dem Land mit Open Access
Die öffentlichen Gesellschaften sind im im Auftrag der jeweiligen Landesregierungen im ländlichen Raum aktiv, wo man nicht davon ausgehen kann, dass traditionelle Telekommunikationsunternehmen den Ausbau vorantreiben. Sie errichten Infrastruktur, die von allen Serviceanbietern genutzt werden kann (Open Access). So können Haushalte und Betriebe aus einer Vielzahl an Produkten wählen.

Im Rahmen des CMG Fiberday 2019 stellten die Geschäftsführer der fünf Infrastrukturgesellschaften ihre Pläne vor. Diese sind im Auftrag der jeweiligen Landesregierungen tätig. Die Niederösterreichische Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG), die Fiber Service OÖ, die Steirische Breitband- und Digitalinfrastrukturgesellschaft (sbidi), die Breitbandinitiative Kärnten (BIK) und die Breitbandserviceagentur Tirol bauen offene Netze. Gastgeber Heinz Pabisch, Leiter der Action Group Gigabit Fiber Access (aggfa) der Computer Measurement Group (CMG): "Digitalisierung ohne Glasfaser ist nicht denkbar. Glasfasernetze bis zum Endkunden sind die unabdingbare Voraussetzung dafür. Die Aktivitäten der neuen Infrastrukturunternehmen haben für einen echten Paradigmenwechsel gesorgt. Endlich wird auch am Land eine langfristig tragfähige Basis für die Digitalisierung geschaffen."

Glasfaserausbau ist zentral für die Erreichung der Breitbandziele
Österreich ist beim Breitbandausbau im Hintertreffen. Egal, welche Kennzahlen man heranzieht: Eines der reichsten Länder der Welt weist unterdurchschnittliche Werte bei Faktoren auf, die ganz wesentlich für seine Zukunft sind. Die Politik hat dieses Problem erkannt und ehrgeizige Ziele formuliert: Laut Breitbandstrategie des Bundes wird bis Ende 2030 "eine flächendeckende Versorgung mit Gigabit-fähigen Anschlüssen" angestrebt. Als "gigabit-fähig" gelten "Internetanschlüsse mit einer Empfangsgeschwindigkeit von mindestens 100 Mbit/s, die ohne weitere Kosten auf Gigabit-Geschwindigkeit aufgerüstet werden können." Igor Brusic, Netz-Experte der aggfa: "Glasfaser ist die einzige Infrastruktur, die die Voraussetzungen der Breitbandstrategie erfüllt – und zwar nur, wenn sie auch bis ins Haus reicht. Alles andere sorgt für Engpässe, die man früher oder später negativ zu spüren bekommt."

Heinz Pabisch erklärt: „Mit offenen Glasfasernetzen herrscht kein Verdrängungswettbewerb mehr. Die nahezu unbegrenzten Kapazitäten der Infrastruktur können gleichzeitig von vielen Betreibern und Diensteanbietern genutzt werden, ohne dass jeder von ihnen seine eigene Infrastruktur baut und andere hindert, diese zu nutzen, weil er vordringlich seine eigenen Dienste vermarkten will.“

Beim CMG Fiberday am 27. November 2019 in der Wirtschaftskammer Steiermark tauschten sich
Expertinnen und Experten zu technischen, wirtschaftlichen und regulatorische Fragen des Breitbandausbaus aus.
 

Weitere Webseiten