Der Kabelnetz-Betreiber Primacom gehört nun den Gläubigern
Nach der Insolvenz-Anmeldung im Sommer 2010 gibt es jetzt offenkundig wieder eine Zukunft für den finanziell schwer angeschlagenen Kabelnetz-Betreiber Primacom in Hannover. Die vier Haupt-Gläubiger (die drei Venture-Capital-Firmen Alcentra, Tennenbaum Capital und Avenue Capital sowie die holländische Bank ING) haben auf ihre Kredite verzichtet und sind nun die neuen Eigentümer - das berichtet die gut informierte Wirtschaftszeitung HANDELSBLATT mit Berufung auf die Nachrichten-Agentur Reuters. Die Primacom-Schulden sollen durch die Kredit-Verzichte sowie durch Spar-Aktivitäten von einst 350 auf nunmehr rund 100 Millionen Euro gesunken sein.
Primacom möchte mittelfristig mit anderen kleineren Kabelnetz-Betreibern wie Pepcom oder Tele Columbus fusionieren. Das erklärte ein Primacom-Manager gegenüber dem HANDELSBLATT. Derzeit hat Primacom rund eine Millionen Kunden - das gilt als zu wenig, um langfristig und erfolgreich im deutschen Markt bestehen zu können. Die Fusion mit anderen kleineren Kabelnetz-Unternehmen könnte die kritische Masse von über zwei Millionen Kunden zusammenbringen, ist allerdings teuer und zudem nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint.
Man daher kann schon davon ausgehen, dass die neuen Primacom-Eigner das Unternehmen weiterverkaufen möchten. Als Interessen gelten die drei großen deuten Kabelnetz-Unternehmen Kabel Deutschland (KDG) in Unterföhring, Unity Media in Köln und Kabel BW in Stuttgart.
Peter Strahlendorf 07.01.2011

