ANZEIGE

Christoph Meurer (li.) und Oliver Prostak sind die Geschäftsführer des neuen Gemeinschaftsunternehmens Glasfaser Nordwest. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Oldenburg (Niedersachsen) und wird rund 35 Mitarbeiter haben (Foto: Glasfaser Nordwest)

Glasfaser Nordwest geht an den Start

15.01.2019 - Die Deutsche Telekom und EWE haben das gemeinsame Unternehmen "Glasfaser Nordwest" gegründet. Es hat seinen Firmensitz in Oldenburg (Niedersachsen) und soll bis zu 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmensstandorte mit schnellem Internet versorgen. Dies ist die bislang größte Gründung für den Ausbau von Glasfaser in Deutschland, wie die Deutsche Telekom und EWE in einer gemeinsamen Pressemitteilung mitteilten.

Rund 35 Beschäftigte werden am Unternehmenssitz in Oldenburg arbeiten. Als Geschäftsführer wurden Christoph Meurer und Oliver Prostak bestellt. Erste Leitungspositionen innerhalb des Unternehmens und Mitarbeiterstellen sind bereits besetzt.

"Ziel ist, viele TK-Dienstanbieter auf unserem Netz zu vereinen"
Oliver Prostak (Jahrgang 1990) war zuletzt Market Development Leiter in der Vertriebssteuerung im Zentrum Wholesale bei der Telekom Deutschland in Bonn. Zuvor war er Senior Referent Controlling im Wertschöpfungscontrolling für große Technologie-Cases, ebenfalls bei der Telekom Deutschland. Prostak studierte Management an der Handelshochschule Leipzig und ist Gründer zweier Internet-Startups. "Die Gründung der Glasfaser Nordwest ermöglicht uns völlig neue Chancen, das Thema Telekommunikation neu zu denken. Auf Basis unseres neuen Geschäftsmodells zielen wir darauf ab, viele TK-Dienstanbieter auf unserem Netz zu vereinen. Die Endkunden profitieren von standardisierten und transparenten Prozessen unabhängig davon, welchen Anbieter sie auswählen", äußert sich Prostak zur Zukunft der Glasfaser Nordwest.

Christoph Meurer (Jahrgang 1982) war zuletzt Leiter Strategische Kooperationen bei EWE TEL in Oldenburg und zuvor Leiter Auftrags- und Technisches Servicemanagement sowie Projektleiter FTTH bei EWE TEL. Darüber hinaus hatte er die Leitung in der Konzernentwicklung in den Bereichen Strategie sowie die Leitung von Vorstandsprojekten in der EWE AG inne. Vor seiner Karriere bei EWE war Meurer als Unternehmensberater tätig. Meurer studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln sowie an der City University of Hong Kong. "Mit unserem Geschäftsmodell möchten wir die Region stärken und deren Wettbewerbsfähigkeit. Auf Basis hochmoderner Glasfaserinfrastruktur unterstützen wir die heutigen und zukünftigen Anforderungen resultierend aus der voranschreitenden Digitalisierung- im privaten und beruflichen Sektor", so Meurer.

Ausbau soll umgehend starten und auch unterversorgte Gebiete erschließen
Glasfaser Nordwest wird in Teilen Niedersachsens, Nordrhein-Westfalens und Bremens ausbauen. Technische Grundlage sind Glasfaseranbindungen bis ins Haus (Fibre to the Home/FTTH). Beide Partner gehen von einer Investitionshöhe von bis zu zwei Milliarden Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren aus. Die Kooperation ist zeitlich nicht beschränkt.

Glasfaser Nordwest will umgehend mit dem Ausbau starten. Die ersten Ausbaugebiete befinden sich in Belm und Cloppenburg, gefolgt von Achim, Bremen, Bremerhaven, Delmenhorst, Emsdetten, Georgsmarienhütte, Oldenburg, Stade, Tostedt, Weyhe und Vechta.

Mit dem gemeinsamen Ausbau von Glasfasernetzen will Glasfaser Nordwest auch bislang unterversorgte Gebiete erschließen. Komplett unwirtschaftliche Ausbaugebiete werden aber weiterhin auf Fördermaßnahmen angewiesen sein. An diesen wird sich Glasfaser Nordwest aus kartellrechtlichen Gründen nicht beteiligen.

Keine Direktvermarktung an Endkunden
Glasfaser Nordwest wird allen interessierten Telekommunikations- unternehmen Glasfaser zu üblichen und diskriminierungsfreien kommerziellen Bedingungen zur Verfügung stellen. 2020 sollen die ersten Kunden im Ausbaugebiet die neuen Glasfaseranschlüsse nutzen können. Das Gemeinschaftsunternehmen wird dabei keine Telekommunikationsdienste direkt an Endkunden vermarkten. Sein Auftrag ist es, EWE, Telekom und anderen Telekommunikations- unternehmen wettbewerbsoffen Glasfaserzugänge anzubieten. Andere Unternehmen können diese Glasfaserinfrastruktur zu festgelegten Konditionen einkaufen (wholebuy), mit eigenen Produkten "veredeln" und ihren Endkunden als eigenständiges Produkt anbieten.

In den ersten beiden Jahren werden die auszubauenden Gebiete vorab festgelegt. Die beiden Mutterunternehmen Telekom und EWE bauen aus. Im Anschluss vergibt Glasfaser Nordwest die Ausbaugebiete in einem wettbewerbsoffenen Auswahlverfahren – auch an Dritte. Wettbewerbsoffenen bedeutet, dass Glasfaser Nordwest sich für das beste Angebot zum Infrastrukturausbau entscheidet.

Bereits im Dezember 2017 hatten die Telekom und EWE eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet und das Vorhaben bekanntgegeben. Im März 2019 meldeten beide Unternehmen Glasfaser Nordwest zur Gründung beim Bundeskartellamt an. Es folgte eine intensive Prüfung unter Einbeziehung anderer Marktteilnehmer. Am 30. Dezember 2019 gab das Bundeskartellamt final grünes Licht für die Unternehmensgründung. Diese ist mittlerweile erfolgt. Nun startet das Unternehmen.
 

Weitere Webseiten