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Deutsche Glasfaser will mit neuen Investoren Glasfaserausbau intensivieren

10.02.2020 - Die Investorengruppen EQT und OMERS erwerben von den bisherigen Investoren die Deutsche Glasfaser. Das Unternehmen soll mit dem saarländischen Netzbetreiber inexio zusammengeführt werden, der im Herbst 2019 von EQT gekauft worden war. Mit Unterstützung der neuen Eigentümer will die Gruppe in den nächsten Jahren 7 Milliarden Euro investieren und bundesweit mehr als 6 Millionen FTTH-Anschlüsse schaffen.

Mittelfristig 7 Milliarden für Glasfaserausbaus
Dadurch soll die Deutsche Glasfaser der größte Glasfaserausbauer in Deutschland werden, wie das Unternehmen heute mitteilt. Mit Unterstützung der neuen Eigentümer EQT und OMERS will die Gruppe mittelfristig 7 Milliarden Euro investieren und bundesweit mehr als 6 Millionen FTTH-Anschlüsse schaffen. Damit soll der größte Teil der heute noch nicht mit Gigabit-fähigen Internetanschlüssen versorgten Gebiete in Deutschland erschlossen werden. Die Zusammenarbeit mit inexio, so Uwe Nickl, CEO von Deutsche Glasfaser, "eröffnet weiteres Beschleunigungspotenzial für unseren Glasfaserausbau." Die bisherigen Investoren KKR und Reggeborgh beabsichtigen ihre Anteile – nach der noch ausstehenden Genehmigung der in Deutschland und Europa zuständigen Behörden – an EQT aus Schweden und OMERS aus Kanada zu übertragen.

Nach Ansicht der Deutschen Glasfaser folgt nach der Erweiterung der Fremdkapitalbasis auf bis zu 1,8 Milliarden Euro im Januar 2020 nun durch den Investorenwechsel eine erhebliche Erweiterung des verfügbaren Investitionsvolumens für den Glasfaserausbau in ganz Deutschland. Wachstum bleibe die Konstante des Unternehmens. Weitere Unternehmensstandorte sind nach Unternehmensangaben bundesweit geplant. Neben den jüngst geschlossenen Open-Access-Partnerschaften mit der Deutschen Telekom und Vodafone Deutschland werde ein Schwerpunkt der weitere Ausbau von Kooperationen mit anderen Branchenteilnehmern sein.

Die Transaktion unterliegt noch der Kartellfreigabe und soll voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 abgeschlossen werden.

Über EQT und OMERS
EQT ist eine börsennotierte schwedische Investmentgesellschaft mit aktuell 41 Milliarden Euro an verwaltetem Beteiligungsvermögen. EQT hat 2019 die Mehrheitsanteile am saarländischen Telekommunikationsunternehmen inexio übernommen und ist im Besitz einer Reihe führender Glasfasernetzbetreiber in Europa. OMERS Infrastructure investiert weltweit im Namen von OMERS, dem leistungsorientierten Vorsorgeplan für Angestellte der kanadischen Provinz Ontario, in Infrastrukturen. OMERS ist einer der größten kanadischen Pensionsfonds mit einem Anlagevermögen von ca. 70 Milliarden Euro. In Deutschland bestehen OMERS-Beteiligungen unter anderem an Tank&Rast sowie an VTG.

VATM und BREKO nehmen positiv Stellung
In einer Stellungnahme begrüßte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner die Gründung der neuen Unternehmensgruppe. Gleichzeitig kritisierte er die nationale und europäische Politik. Viele Bürger auf jedem Kilometer neue Netze anzuschießen, müsse gerade auf dem Land der neue Fokus der Regierung sein, wenn Deutschland bei der Digitalisierung aufholen wolle. "Eigenwirtschaftlicher Ausbau statt althergebrachte Förderkonzepte sind nötig und wären der perfekte Treiber nicht zuletzt auch für den weiteren Glasfaserausbau, ohne Milliarden Euro Steuergeld weiter wie bisher bürokratisch im Boden zu versenken", so Grützner. Auch BREKO-Geschäftsführer Stephan Albers begrüßte die Entscheidung ausdrücklich: "Das aktuelle Beispiel Deutsche Glasfaser und inexio, aber auch der Einstieg von Finanzinvestoren bei einer Reihe kleinerer, mittelständischer Telekommunikationsunternehmen wie z. B. BBV, götel, GVG Glasfaser oder Titan Networks sowie das Großprojekt "Glasfaser Nordwest" zeigt sehr deutlich, dass im Telekommunikationsmarkt ausreichend Kapital vorhanden ist, um den Glasfaserausbau zu den Bürgerinnen und Bürgern und Unternehmen zu bringen."
 

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