DAB+ in Deutschland mit 34 Prozent Wachstum: Digitalisierungsbericht der Medienanstalten 2019

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09.09.2019 - Das Digitalradio ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Wie aus dem aktuellen Digitalisierungsbericht der Medienanstalten hervorgeht, gibt es jetzt in knapp 23 Prozent der Haushalte ein Radio, mit dem DAB+ empfangen werden kann. Das sind mehr als 9 Millionen Haushalte, 34 Prozent mehr als im Vorjahr.

Anzahl der Geräte steigt
Insgesamt gibt es in Deutschland nach Angaben der Medienanstalten 14,6 Millionen Geräte, die DAB+ empfangen können. Die Zahl der Autoradios mit DAB+-Emfpang stieg auf 6,6 Millionen. Die Zahl der Haushalte mit UKW-Empfang sinkt seit einigen Jahren leicht. Aktuell liegt die Zahl der Geräte bei 127,7 Millionen und die Abdeckung bei 92 Prozent. Vor fünf Jahren waren es noch 142,9 Geräte und eine Abdeckung von 93,5 Prozent.

Zudem steigt die Zahl der Haushalte, die ihre Radioprogramme über das Internet empfangen: Mehr als 12 Prozent besitzen ein IP-Radio. Die Zahl der Geräte liegt bei 7,2 Millionen. Vor fünf Jahren waren es noch 1,9 Millionen Geräte und ein Anteil von 5,6 Prozent.

Verbreitung von DAB+ in den Bundesländer
Der Anteil von Haushalten mit DAB+ legte in allen 16 Bundesländern zu. Bayern liegt wegen einer breiten Programmvielfalt, einer sehr guten Netzabdeckung und entsprechender politischer Rahmenbedingungen mit einer Haushaltsdurchdringung mit DAB+ Geräten von 29,7 Prozent vorn, gefolgt von Sachsen mit 25,7 Prozent und Baden-Württemberg mit 23,9 Prozent. Starke Steigerungen gab es in den Bundesländern, die in der Vergangenheit DAB+ Schlusslichter waren: Niedersachsen und Bremen legen relativ um 53 Prozent zu von 14,3 Prozent Haushaltsdurchdringung mit DAB+ auf jetzt 21,9 Prozent. Nordrhein-Westfalen holt auf und steigert sich relativ um 50 Prozent von 14,7 auf 22 Prozent DAB+ Radios in Haushalten.

In Deutschland können den Angaben zufolge mit DAB+ 260 Radioprogramme empfangen werden. Bei über 65 handelt es sich um exklusive DAB+ Programme, die terrestrisch nur digital verfügbar sind.

VAUNET fordert Gleichberechtigung mit öffentlich-rechtlichen Angeboten
Der VAUNET - Verband Privater Medien forderte am 8. September eine schnellstmögliche Lösung der offenen Fragen für die Einführung des Übertragungsstandards DAB+ bei den privaten Radioanbietern und eine gleichberechtigte Finanzierungsgrundlage für die Privaten und die ARD. Der VAUNET appelliert, diese Themen als existenzielle Punkte für das duale Rundfunksystem mit hoher Priorität auf die medienpolitische Agenda zu setzen.

Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste im VAUNET und Geschäftsführer von Radio Regenbogen, sagte: "Die UKW-Verbreitung ist die Basis des Geschäfts der privaten Radioveranstalter und wird es noch lange bleiben. Trotzdem steigt die Relevanz auch von DAB+ als digitaler Übertragungsweg und hat politisch den 'point of no return' überschritten. Wir benötigen deshalb jenseits unseres UKW-Geschäfts gleichberechtigte Grundlagen für ein faires Miteinander mit den ARD-Radiowellen. Während die ARD-Anstalten für ihren Umstieg bis 2025 rund 600 Millionen Euro aus dem Rundfunkbeitrag erhalten, ist die Frage, wie die Privaten ihn finanzieren sollen, noch gänzlich unbeantwortet. Wenn DAB+ ein politisch gewollter digitaler Übertragungsstandard werden soll, darf dies nicht zu einer weiteren Verschärfung der Schieflage zwischen den öffentlich-rechtlichen und privaten Radioangeboten führen."


Die Studie wurde im Auftrag der Medienanstalten unter Beteiligung der ARD, Deutschlandradio, Mediabroadcast und Vodafone durch das Marktforschungsinstitut Kantar durchgeführt. Dafür wurden im Mai und Juni 7.554 Interviews mit deutschsprachigen Personen ab 14 Jahren geführt. Der Digitalisierungsbericht wird jährlich von den Medienanstalten veröffentlicht, dieses Jahr wurde zum zweiten Mal ein separater Audio-Bericht herausgebeben.

Download des Digitalisierungsberichts Audio



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() 09.09.2019


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