TK-Unternehmen investieren 9,4 Milliarden Euro in diesem Jahr

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09.10.2019 - Die deutschen TK-Unternehmen investieren in diesem Jahr mit 9,4 Milliarden Euro soviel wie seit 18 Jahren nicht mehr. 51 Prozent der Investitionen entfallen auf Wettbewerber der Deutschen Telekom. "Die Investitionen im TK-Markt nehmen durch den beschleunigten Bau und die Modernisierung hochleistungsfähiger Festnetzanschlüsse sowie die Erweiterung bzw. Einführung von Mobilfunkgenerationen der 4. und 5. Generation deutlich zu", sagte Torsten J. Gerpott, wissenschaftlicher Beirat der Unternehmensberatung DIALOG CONSULT und Inhaber des Lehrstuhls für TK-Wirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, bei der Vorstellung der gemeinsamen TK-Marktstudie 2019 mit dem VATM.

Zahl der gigabitfähigen Anschlüsse wächst auf 19 Millionen
Laut Studie wächst die Zahl der verfügbaren gigabitfähigen Anschlüsse weiterhin: im Vorjahresvergleich um 73 Prozent auf 19 Millionen. Die Zahl von FTTB/FTTH-Anschlüssen nahm um ein Fünftel auf 4,4 Millionen zu, von denen rund ein Drittel von Kunden genutzt werden. Die Zahl der gebuchten FTTB/H-Anschlüsse seit Ende 2018 steigt damit um 36 Prozent. Die Zahl der gigabitfähigen Anschlüsse in Kabel-HFC-Netzen (DOCSIS 3.1) verdoppelt sich fast: von 2018 bis Jahresende von 7,4 auf 14,7 Millionen.

Der Erlös der Telekommunikationsanbieter wird in diesem Jahr – getrieben durch den Mobilfunk – im Vergleich zu 2018 um 0,5 Milliarden Euro auf voraussichtlich 58,4 Milliarden Euro zulegen. Dabei wächst der Kabelmarkt um 0,2 Milliarden auf 6 Milliarden Euro, die Telekom insgesamt um die gleiche Summe auf 21,9 Milliarden Euro und die TK-Wettbewerber um 0,1 Milliarde auf 30,5 Milliarden Euro. Die Zahl der Festnetz-Breitbandanschlüsse nimmt 2019 um rund eine Million, davon 400.000 FTTB/H-Anschlüsse, auf 35,2 Millionen zu.

Telekom: vom Vectoring-Spieler zum FTTB/H-Ausbauer?
Die Wettbewerbsunternehmen hätten mehr echte Glasfaser-Kunden als die Telekom an einsatzfähigen FTTB/H-Anschlüssen aufzuweisen, sagte Torsten Gerpott. Während sich DSL-Anschlüsse auf Basis der angemieteten "letzten Meilen" im Breitbandmarkt mit einem Rückgang um 800.000 "zum Auslaufmodell" entwickelten, wuchs das Segment der Wettbewerber-Anschlüsse auf Basis von Telekom-Bitstrom-Vorleistungen um eine Million. Rund 70 Prozent aller genutzten Anschlüsse würden weiterhin physikalisch auf dem Netz der Deutschen Telekom bereitgestellt. Die Deutsche Telekom habe jedoch nun die Riesenchance, ihre Rolle im sich verändernden Markt neu zu definieren – weg vom Vectoring-Spieler zum fairen Partner und FTTB/H-Ausbauer, sagte VATM-Präsident Martin Witt. Von der Politik forderte er eine Vereinfachung und Entbürokratisierung der Genehmigungsverfahren. Gleichzeitig erneuerte der VATM-Präsident seinen Vorschlag einer Voucher-Lösung für Kunden, um den Glasfaserausbau in Deutschland anzukurbeln.

Die Ergebnisse der Studie beruhen auf einer Befragung von VATM-Mitgliedsunternehmen. Ein PDF der Studie kann von der VATM-Website heruntergeladen werden.



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() 09.10.2019


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