Auktion 2015: Bundesnetzagentur überprüft Versorgungsberichte der Mobilfunkanbieter

%%% Auktion 2015: Bundesnetzagentur überprüft Versorgungsberichte der Mobilfunkanbieter%%%

Telefónica will die Versorgungsauflagen bis Ende des Jahres erfüllen (Foto Antennenträger Mobilfunkmast: Telefónica Deutschland/Jörg Borm)
Telefónica will die Versorgungsauflagen bis Ende des Jahres erfüllen (Foto Antennenträger Mobilfunkmast: Telefónica Deutschland/Jörg Borm)

10.01.2020 - Die Mobilfunknetzbetreiber Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, Telekom Deutschland GmbH und Vodafone GmbH haben der Bundesnetzagentur heute ihre Berichte zur Erfüllung der Versorgungsauflagen aus der Versteigerung 2015 zur Prüfung vorgelegt. Nach eigenen Angaben hätten die Unternehmen Telekom und Vodafone die Auflage zur Versorgung der Haushalte grundsätzlich erfüllt, teilt die Bundesnetzagentur mit.

Telefónica Deutschland muss nachbessern
Telefónica konnte laut Unternehmensangaben die von der Bundesnetzagentur geforderten Versorgungsauflagen nicht fristgerecht erreichen. Das Unternehmen gehe allerdings davon aus, dass es die Auflagen bis zum Ende dieses Jahres erfüllen wird. Laut Mobilfunknetzbetreibern konnten die Hauptverkehrswege zum Jahresende noch nicht in vollem Umfang versorgt werden. Wie die Bundesnetzagentur weiter mitteilt, begründen die Mobilfunknetzbetreiber Verzögerungen mit externen Einflüssen, wie zum Beispiel fehlende Vermietbereitschaft an potentiellen Standorten, fehlende Baugenehmigungen, Denkmal-, Natur- und Umweltschutz. Darüber hinaus verwiesen die Mobilfunkunternehmen auf unterschiedliche Rechtsansichten zum Inhalt der Versorgungsauflage, die Gegenstand laufender Gerichtsverfahren seien.

Telefónica trage außerdem unternehmensspezifische Besonderheiten vor, die ebenfalls zu Verzögerungen beim Netzausbau geführt hätten. Es sei jedoch geplant, durch weitere 7.600 Standorte die Versorgungsauflagen noch in diesem Jahr zu erfüllen. Die Frequenzen im Bereich 700 MHz, die vom Rundfunk zu räumen waren, stehen erst seit Mitte 2019 vollständig zur Verfügung. Seitdem hätten die Unternehmen das Ausbautempo spürbar erhöht. Die Bundesnetzagentur überprüft nach eigenen Angaben derzeit die Angaben der Mobilfunknetzbetreiber und wird in jedem Bundesland eigene Messungen durchführen. Hierbei werde durch den Prüf- und Messdienst der Bundesnetzagentur ermittelt, ob die von den Mobilfunknetzbetreibern gemeldete Versorgung tatsächlich vorhanden sei. Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung werde die Bundesnetzagentur dann über die Erfüllung der Versorgungsauflage entscheiden und prüfen, welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Die Bundesnetzagentur hat in der Zuteilung der im Jahr 2015 versteigerten Frequenzen Auflagen gemacht, dass die Mobilfunknetzbetreiber ab dem 1. Januar 2020 98 Prozent der Haushalte bundesweit und 97 Prozent der Haushalte je Bundesland mit einer Mindestdatenrate von 50 MBit/s pro Antennensektor zu versorgen haben. Überdies sind die Hauptverkehrswege vollständig zu versorgen.

"Mobilfunkunternehmen für eigene Versäumnisse nicht belohnen"
In einer ersten Reaktion mahnte Stephan Albers, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) an: "Die Nichterreichung der Versorgungsauflagen darf nicht dazu führen, dass genau diese Gebiete jetzt von der in der im November 2019 von der Bundesregierung angekündigten Förderung des Mobilfunkausbaus in Höhe von rund 1,1 Mrd. EUR profitieren. Es darf jetzt nicht das Ergebnis sein, dass die Mobilfunkunternehmen für ihre eigenen Versäumnisse auch noch belohnt werden." Der Glasfaserausbau im Festnetz bilde auch die Grundlage für die Anbindung von Mobilfunksendemasten. Es wäre fatal, nur auf den Mobilfunk zu setzen, so Albers.





zurück

() 11.01.2020


 

Profis für digitale Kommunikationsinfrastrukturen






























































Printausgabe

Ausgabe: 6/2019
Inhalt
Heft-Archiv
Bestellung
Mediadaten

Leseprobe:

WLAN ist der „Knackpunkt“ für Provider

Die Zukunft der Kabelnetze ist All-IP

 

Cable!Vision International

Ausgabe: 4/2019
Inhalt